Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Schwaan Versäumnisse im Sport korrigieren

Von RABA | 20.12.2016, 09:00 Uhr

Stadtvertreter lehnen Legalisierung des Pachtvertrag aus dem Jahr 2013 ab

Der Pachtvertrag für den Sportplatz am Schaffrusch von 1993, abgeschlossen zwischen der Stadt und dem Schwaaner Sportverein (SSV), hat weiterhin Gültigkeit. Er läuft noch bis Oktober 2018. Eine neue Vereinbarung, die vor drei Jahren, im Oktober 2013 , zwischen dem damaligen 1. Stadtrat und dem Vorsitzenden des SSV abgeschlossen wurde, lehnte die Mehrheit der Stadtvertreter auf der jüngsten Sitzung in dieser Woche ab. Diese notwendige Zustimmung der Stadtvertretung wurde nämlich 2013 nicht eingeholt. Deshalb war der Pachtvertrag des Jahres 2013 nie in Kraft getreten, galt als „schwebend unwirksam“, wie Hauptamtsleiter Dirk Antelmann erklärte. Diese Zustimmung der Stadtvertreter wollte sich der Sportverein jetzt nachträglich einholen. Doch die Verwaltung meldete Bedenken an, da die Konditionen der Vereinbarung aus dem Jahr 2013 aus „haushaltstechnischer Sicht problematisch“ seien, sagte Dirk Antelmann. Denn die Verpachtung sollte weiterhin kostenlos erfolgen und das über weitere 20 Jahre.

Seit Monaten gibt es erhebliche Diskussionen im und um den Schwaaner Sportverein. Der Pachtvertrag ist dabei nur ein heißes Eisen. Diskutiert wird auch über mögliche Diskrepanzen bei der Abrechnung von Hallenzeiten. „Was ist dran?“, wollte Stadtvertreterin Hannelore Krohn (UWS) wissen.

Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) erklärte, dass Kontrollen der Jahre 2014 und 2015 gezeigt hätten, dass es einen erheblichen Fehlbetrag gebe. Hintergrund: Während die Nutzung der Sporthalle für Kinder und Jugendliche kostenfrei ist, müssen für den Erwachsenensport Nutzungsentgelte bezahlt werden. Und da gebe es erhebliche Zweifel, ob die vom Sportverein abgerechneten Hallennutzungszeiten korrekt sind. Der Bürgermeister nannte einen Fehlbetrag von jährlich rund 5000 Euro. Im neuen Jahr solle sich der Rechnungsprüfungsausschuss und der Finanzausschuss der Stadtvertreter erneut mit diesem Thema beschäftigen. Dann müssten die Stadtvertreter entscheiden, wie sie mit der Situation umgeht.

Dirk Antelmann machte noch einmal deutlich, dass es nicht darum gehe, den Verein über Gebühr zu belasten. Doch die Abrechnung müsse transparent und nachvollziehbar erfolgen. Es gehe darum, Versäumnisse der Vergangenheit auszumerzen. Das gelte sowohl für die Abrechnung der Trainingszeiten wie auch für den Pachtvertrag. Wie hoch der jährliche Pachtzins ausfalle, sei eine Entscheidung der Stadtvertretung. Es könnte sogar nur ein symbolischer Pachtzins festgelegt werden. „Doch eine ,Null’ geht nicht“, ergänzte Mathias Schauer. Da der Pachtvertrag des Jahres 1993 bis 2018 gilt, hätten die Stadtvertreter und der SSV im kommenden Jahr genug Zeit, eine neue Vereinbarung auszuhandeln und auf den Weg zu bringen, sagte Antelmann.