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Bützow Tolle Menschen hinter jedem Türchen

Von raba | 24.12.2016, 09:00 Uhr

Adventsaktion der Bützower Zeitung geht heute zu Ende / SVZ-Leser gaben viele Tipps und sagten besonderen Frauen und Männern ein Dankeschön

Heute wird zum letzten Mal in diesem Jahr ein Türchen vom Adventskalender geöffnet. Auch wir wollen es noch einmal tun. „Wir öffnen Türchen“ hieß zum fünften Mal die Adventsaktion der Bützower Zeitung. Sie, liebe Leser, sollten uns Tipps geben, sollten uns die Namen von Menschen nennen, die sich für andere Menschen einsetzen, für andere Menschen da sind, ohne zu fragen, was sie dafür bekommen. Frauen und Männer, die viel Gutes tun, ohne dabei im Mittelpunkt zu stehen.

Und Sie haben uns geschrieben und uns angerufen. Und so durften wir viele Menschen kennenlernen und sie hier in der Bützower Zeitung einmal in den Mittelpunkt rücken und ihnen Danke sagen.

Birgit Czarschka, die Vorsitzende des Fördervereins der Miniaturstadt Bützow ist froh, dass sie so engagierte Mitglieder wie Edelgard Kölpin hat. Seit Gründung des Vereins ist Pauli, wie sie nur genannt wird, mit dabei. Die Vereinschefin lobt nicht nur die stete Eisatzbereitschaft, sondern auch, dass Edelgard Kölpin nicht um den heißen Brei herumredet. „Wenn ihr was nicht passt, ist sie geradeheraus“, sagt Czarschka. Sie ist aber nicht nur Vereinschefin, sondern auch Bürgermeisterin von Bernitt und hatte gleich noch einen Tipp für die SVZ-Aktion.

Eine Frau, die es verdient hat, sei Irmgard Trost. Von 1969 an wohnte sie in Moisall und ist seit 2005 Vorsitzende der Ortsgruppe Moisall der Volkssolidarität. Im November zog sie nun nach Bützow. Doch an ihrem Ehrenamt in Moisall will sie festhalten. „Ich brauche immer Beschäftigung. Ich kann nicht Zuhause sitzen und Däumchen drehen“, sagt Irmgard Trost.

Um das neue Zuhause ging es bei Familie Paschke in Bernitt. Im August haben sich Christina und Andreas Paschke ein Haus aus den 1950er-Jahren gekauft. Bis zum heutigen Weihnachtsfest sollten die Sanierungsarbeiten so weit vorangeschritten sein, damit die kleine Familie im neuen Haus unterm Weihnachtbaum feiern kann. Und da sind Bruder Christian Zarse und Schwägerin Annett Scheffler eine große Hilfe. Der handwerkliche Allrounder ist jede freie Minute mit auf der Baustelle. Dafür gab es das Dankeschön bei der „Türchenaktion“ von SVZ.

Still und bescheiden ist die Schwaanerin Inge Faix. „Das kann ich doch gar nicht annehmen“, sagte sie, als Jutta Jankowski die Seniorin mit dem Dankeschön überraschte. Sie könne die ganzen guten Taten gar nicht aufzählen, die Inge Faix vollbringt, sei es die ehrenamtliche Arbeit im ambulanten Hospiz, das Kümmern um die Nachbarin in schweren Zeiten oder ihr Engagement für junge Menschen, sagt Jankowski.

Ebenfalls in Schwaan Zuhause ist Hanna Goliath. Als sie vor einem halben Jahr ihren Mann verlor, war Nachbarin Hannelore Reddi für sie da. Seit zehn Jahren wohnen die beiden Frauen im Wohngebiet Alte Weide zusammen, sind Freundinnen geworden. Eine Freundin auf die man sich wirklich verlassen kann, sagt Goliath.

Gute Nachbarschaft ist es auch, die Hannelore Peschke aus Bützow zu schätzen weiß, denn auch sie verlor ihren Mann, Wulf Münster, den langjährigen Vorsitzenden des Seniorenbeirates Bützow. Nachbarin Cindy Rueß ist in dieser schweren Zeit der Trauer an ihrer Seite.

Ein doppeltes Dankeschön bekam Inge Zalden aus Bützow von ihrer Tochter Bianca Thiel. Zum einen kümmert sich Zalden zum Beispiel um Enkelin Abby, wenn Bianca Thiel noch auf Arbeit ist. Aber vor allem überbrachte die Tochter das Dankeschön stellvertretend für ein Geschwisterpaar aus Ungarn. Die hatten vor Jahren Vater und Mutter verloren. Die Frau aus Ungarn und Inge Zalden waren enge Freundinnen. Und so kümmerte sich die Bützowerin auch danach um die Waisenkinder am Balaton.

Ein vielstimmiges Dankeschön erhielt Petra Paul in Schwaan. Die Schüler der 10. Klasse der Prof.-Franz-Bunke-Schule nutzten die SVZ-Aktion, um einmal ihrer Lehrerin für Französisch und Englisch ein Dankeschön zu sagen. „Sie ist einfach toll“, „Weil sie immer zu uns hält“ und „Sie ist immer gut gelaunt“ waren nur ein paar Stimmen zu der Wahl.

Einen kurzen Weg hatte der SVZ-Reporter, als er gemeinsam mit Ute Dreyer und Bärbel Bruhn in Bützow zum Dankeschön-Besuch an eine Tür klopfte. Die beiden Frauen wohnen gemeinsam mit Bärbel Bruhn in der Wollenweberstraße, in unmittelbarer Nähe der SVZ-Redaktion. Im gleichen Haus leben Renate Dudda und Dieter Möller. Und auf die können sich die drei Frauen immer verlassen. Die Senioren nehmen zum Beispiel die Pakete an oder lassen den Handwerker rein, wenn die drei Frauen auf Arbeit sind. Und Renate Dudda ist eine „Spitzenköchin“, bei der sie sich noch etwas abschauen können, wie die Tippgeberinnen verrieten.

Ein Herz für Landwirte und Senioren hat Angelika Fraß in Kurzen Trechow, wie Karl-Heinz Kröplin aus Neuendorf erzählte. Die 59-Jährige vom Milchkontrollverein organisiert seit Jahren für Mitarbeiter von Landwirtschaftsbetrieben jährlich einen Ausflug. Erst kürzlich ging es zu „einem rundum gelungenen Tag“ nach Ludwigslust, wie Kröplin sagte.

Und auch in Tarnow hatten SVZ und der Tippgeber Mathias Gundlach ganz heimlich einen Termin organisiert, um einen besonderen Menschen zu überraschen. Vater Hans-Christian Gundlach war fast 30 Jahre lang Wehrführer, hat die Tarnower Wehr zu der gemacht, was sie heute ist – eine aktive Einsatztruppe mit über 60 Mitgliedern. Und auch heute noch ist das Ehrenmitglied der Blauröcke fast jeden Tag im Gerätehaus, schaut nach dem Rechten und kümmert sich um kleinere und größere Reparaturen. Dafür gab es den Dank vom Sohnemann, der vor einigen Jahren in die Fußstapfen seines Vaters als Wehrführer trat.