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Bützow Sonderregelung für die Laubentsorgung

Von raba | 17.02.2019, 05:00 Uhr

Sonderregelung für die Bahnhofstraße und die Neue Bahnhofstraße?

Bärbel und Dieter Burmester sind gerade auf dem Weg nach Hause. Sie wohnen in der Neuen Bahnhofstraße. Die Bäume dort sind kahl, tragen keine Blätter. Das wird sich in wenigen Wochen ändern. Und dann im Herbst, wenn die Blätter wieder fallen, haben die Burmesters und ihre Nachbarn wieder alle Hände voll zu tun mit dem Laub aufkehren. Bisher mussten sie es auf ihrem Grundstück selbst entsorgen und kompostieren oder es zum Wertstoffhof nach Rühn bringen. Das kostet jedoch Geld. Doch nun könnten die Anwohner von der Neuen Bahnhofstraße und der Bahnhofstraße von diesen Kosten befreit werden.

Anwohner mussten Laub selbst entsorgen

Eine solche Sonderregelung gilt bisher nur für die Bewohner in der Pustohler Chaussee. Die stammt aus dem Jahr 2017. Dem vorausgegangen war eine Entscheidung der Verwaltung ein Jahr zuvor. Wurde das viele Laub von der Eichenallee, das Anwohner vorher zusammengetragen hatten, bis 2016 vom Bauhof abgefahren, mussten dass seit dem die Anwohner selber tun. Die Verwaltung berief sich seinerzeit auf die allgemeine Straßenreinigungssatzung, die besagt, dass jeder Grundstückseigentümer selbst für die Pflege der Gehwege verantwortlich ist.

Diese Entscheidung fiel genau zu dem Zeitpunkt, zu dem auch der Kreis seine Gebührensatzung änderte. Denn seit 2016 muss für die Beseitigung von Laub auf den Wertstoffhöfen gezahlt werden. Es folgte ein breite Diskussion mit dem Ergebnis, dass im September 2017 eine Sonderregelung für die Pustohler Chaussee beschlossen wurde. Das Eichenlaub, das auch schwer kompostierbar ist, wird wieder vom Bauhof abgefahren.

Das weckte seinerzeit auch Begehrlichkeiten bei den Anwohnern in der Neuen Bahnhofstraße und der Bahnhofstraße. Denn auch an diesen beiden Straßen stehen viele mächtige Bäume, die viel Laub produzieren. Doch auch eine Unterschriftenliste änderte zunächst nichts an der damaligen Entscheidung der Stadtvertreter.

„Wir hatten aber schon damals gesagt, dass wir das beobachten werden“, sagt Bützows Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). Das schloss auch ein, sich nach Alternativen umzuschauen. Insgesamt 94 Bäume stehen in der Neuen Bahnhofsstraße und der Bahnhofstraße, die zu „unverhältnismäßig hohen Laubmengen im Vergleich zu anderen Straßen mit Baubestand führen“, so Christian Grüschow.

Entsorgungs- und Transportkosten von rund 2300 Euro

Geschaut wurde deshalb auch wie es andere Kommunen machen, um die Anlieger zu entlasten. In Güstrow zum Beispiel wird in so genannten Big-Packs Laub gesammelt und dann vom Bauhof abgefahren. Doch diese Alternative passt nicht für Bützow. Der Bauhof verfüge nicht über die Technik, etwa ein Multicar mit Kran. Jedoch habe die Stadt in der Neuen Bahnhofstraße ein Grundstück, das der Bauhof für das Sammeln von Laub und Grünschnitt verwendet. Und dieses könnte in der Herbstperiode zu bestimmten Zeiten auch für die Anwohner geöffnet werden, so die Überlegung.

Die Stadt hat eine Hochrechnung angestellt. Pro Baum fallen zirka 300 Kilogramm Laub im Jahr an. Damit würden Entsorgungs- und Transportkosten von rund 2300 Euro anfallen. Insgesamt habe die Stadt 2018 für alle anderen Standort 5250 Euro ausgegeben. „Da sind die 2300 Euro durchaus vertretbar“, erklärt Christian Grüschow. Im März sollen die Stadtvertreter über diesen Vorschlag entscheiden.

Bärbel und Dieter Burmester finden die Idee gut. „Das haben wir doch schon damals gesagt“, meint Dieter Burmester.