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Bützow Schon 2019 drei neue Kirchenglocken?

Von flie | 26.03.2018, 05:00 Uhr

Der Förderverein Stiftskirche Bützow könnte bald das Geld zusammen haben und verfolgt nun parallel zwei Alternativen

Guter Dinge ist der Förderverein Stiftskirche Bützow: Wenn alles gut geht, könnten am Reformationstag 2019 neue Glocken im Turm der evangelischen Kirche läuten, berichtete Vorsitzender Axel Ulrich den Mitgliedern in der jüngsten Versammlung.

Der Förderverein sammelt Geld für neue Glocken, weil die jetzigen nur ein unwürdiges Gebimmel von sich gäben, wie viele meinen. Knapp 70 000 Euro hat der Verein zusammen, und wie berichtet erhält der Verein vermutlich 50 000 Euro aus dem Programm für Kirchen-Sanierung im Rahmen des Strategiefonds des Landes.

„Dann fehlen nur noch 20 000 bis 30 000 Euro, schätzte Axel Ulrich nach dem Kassenbericht von Helga Weiß. Der Vorstand gehe dabei vom schlechtesten Fall aus. Das Geld werde für Metall und Entlohnung, aber auch für Beschriftung, Gutachten, Architektenhonorar und Schaltung benötigt. Die Motoren benötigten nur eine neue Steuerung, hieß es.

Es müssten nicht unbedingt neue Glocken sein, sagte Axel Ulrich weiter. Der Experte Claus Peter habe auf eine brauchbare Glocke in Tarnow hingewiesen. Sie läutet dort seit Anfang der 1980er Jahre mit dem Ton Es. Die alte Glocke, ein Exemplar aus der Gießerei Mönckehagen aus dem 14. oder 15. Jahrhundert, steht mit einem Riss auf dem Boden. Der Bützower Förderverein könnte der Kirchengemeinde Lohmen, zu der die evangelischen Christen aus Tarnow gehören, finanziell bei der Reparatur der alten Glocke helfen. Sie könnte also wieder in Tarnow erklingen und im Gegenzug könnten die Bützower die neue aus den 1980er Jahren in ihrer Stiftskirche nutzen.


Gegenseitige Hilfe„Wenn das funktionieren würde, würde ich mich sehr freuen“, sagt Pastor Jonas Görlich von der Kirchengemeinde Lohmen. „Die kaputte Glocke in Tarnow gehört zu den wertvollsten in ganz MV. Es wäre toll, wenn man sie wieder zum Läuten bringen würde.“

„Das wäre gegenseitige Hilfe im Rahmen des Zusammenwachsens“, sagte Axel Ulrich der SVZ. Die Tarnower Glocke trage das Logo der thüringischen Gießerei Apolda, das Jahr 1984 sei eingeprägt. Die künftigen Glocken könnten dann, so die Tarnower Glocke nach Bützow käme, in den Tönen C, Es, G und C erklingen – oder mit einer tiefen B-Glocke, weil die tiefste Glocke vermutlich neu gegossen werden muss. Alte Glocken klängen immer etwas dissonant, steuerte der frühere Organist Roland Steinbrück bei. „Eine Sanierung der Es-Glocke wäre preisgünstiger als eine neue E-Glocke“, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins. Eine gebrauchte Glocke zu verwenden, sei heute ein Trend, steuerte Pastorin Johanna Levetzow bei. Die G-Glocke sei schon da, so Axel Ulrich weiter, die besagte B- oder C-Glocke und die hohe C- Glocke fehlten noch.


Aus Karlsruhe oder aus HessenAxel Ulrich sprach sich dafür aus, parallel den Kauf einer neuen Glocke und die Verwendung der gebrauchten aus Tarnow zu verfolgen. Er schlug vor, dass sich der Verein mit interessierten Mitgliedern die Tarnower Glocke anschaut. Beim Kauf neuer Glocken komme eine Firma aus Karlsruhe und eine aus Hessen in Frage, fuhr der Vorsitzende des Fördervereins fort. „Das Metall können wir jetzt auf alle Fälle kaufen“, sagte er, denn die Preise schwankten zwar etwas, stiegen aber beständig.

Ein weiteres Thema ist im Förderverein die Restaurierung der Pastorenbildnisse aus dem 17. oder 18. Jahrhundert. Gezeigt würden Luther und Melanchthon, so Axel Ulrich.  „Der Firnis ist krepiert“, sagte der Vorsitzende, der Schutzanstrich sei also im Mikrobereich rissig. Der klare Anstrich müsse aufgelöst und erneuert werden. Dabei sollen die Folgen von Feuchtigkeit, Staub und Dreck beseitigt und auch der Rahmen aufgehübscht werden. Mit dem Aufhängen der großen Bildnisse in der Stiftskirche sollte der Förderverein besser warten, meinte der Vorsitzende, damit sie nicht erneut Dreck ausgesetzt seien.

Zum leidigen Schattenwurf auf die Sonnenuhr an der Kirche gibt es im Verein unterschiedliche Meinungen. Manche meinen, das sei peinlich, andere sehen das gar nicht so verbissen. Hartmut Böhnke sagte, dass dieses Problem von Anfang an klar gewesen sei: „Das wussten wir vorher. Wir haben es verzögert. Machen müssen wir etwas.“ Der Architekt fügte hinzu, er persönlich habe allerdings erwartet, dass sich der Baum gar nicht so lange halten werde, da er auf dem Fundament der Südkapelle stehe.