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Rechtsextreme Parolen in Bützow Propaganda am Gänsebrunnen

Von gest | 25.09.2011, 06:51 Uhr

Der wegen eines Defektes stillgelegte Gänsebrunnen in Bützow ist in der Nacht zu Sonntag mit rechtsextremistischen Plakaten beklebt worden. Urheber waren offenbar die Jungen Nationalen, die Jugendorganisation der NPD.

Der wegen eines Defektes stillgelegte Gänsebrunnen auf dem Markt ist in der Nacht zu Sonntag mit rechtsextremistischen Plakaten beklebt worden. Urheber waren offenbar die Jungen Nationalen, die Jugendorganisation der NPD. Das stand jedenfalls auf den gedruckten Propagandazetteln. Erst nach einem Hinweis aus der Redaktion dieser Zeitung reagierte die Polizei. Etwa eine Stunde nach der Information trafen Beamte am spätenSonntag Vormittag am Brunnen auf dem Marktplatz ein. Sie begutachteten den Schaden etwa eine halbe Stunde lang und machten Handy-Fotos, um Beweise zu sichern. Dann versuchten sie, die Plakate zu entfernen. Das gelang jedoch nicht, weil diese sehr gut verklebt waren. Erst die herbeigerufene Freiwillige Feuerwehr Bützow konnte den Brunnen mit einem Hochdruckreiniger säubern. Die Kameraden waren von Bürgermeister Sebastian Constien auf den Bützower Markt geholt worden, nachdem der von der Polizei informiert worden war.

Der Bürgermeister wandte sich mitallem Nachdruck gegen die Propagandaaktion. "Ich habe etwas gegen jeden Extremismus, egal welcher Richtung, ob von Links oder von Rechts." Constien zeigte sich jedoch empört, dass die Plakate ausgerechnet an dem Tag an exponierter Stelle geklebt wurden, an dem die Eröffnung des 9. Häftlingstreffens im Bützower Rathaus erfolgt . "Diese politische Hetze ist in diesem Zusammenhang äußerst geschmacklos", sagte er. "Dass Extremisten das Treffen von in der DDR politisch Verfolgten als Plattform zu nutzen versuchen, kann nicht hingenommen werden. Das muss mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden", so der Bürgermeister. Zwar herrsche Meinungsfreiheit in Deutschland, hier sei die rechtsextreme Nationale Jugend aber offenbar viel zu weit gegangen. Deshalb habe er angeordnet, die Schriften umgehend zu entfernen.

Weder die Polizei noch der Bürgermeister konnten oder wollten sich zu möglichen Tätern äußern. "Die Staatsanwaltschaft wird die Ermittlungen jetzt beginnen. Das Ergebnis müssen wir nun erstmal abwarten", sagte Sebastian Constien.

Die Polizei hat jedenfalls eine Anzeige aufgenommen.