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Bauporjekt Ort mit „Drumherum-Charakter“

Von cmil | 27.06.2017, 05:00 Uhr

In Jürgenshagen entsteht ein Platz mit Spielgeräten und Sitzmöglichkeiten

Für Aufsehen sorgte vergangene Woche ein vermeintlichter Bomenfund bei Bauarbeiten in Jürgenshagen. Dort, wo gerade Erdarbeiten für einen neuen Dorfmittelpunkt stattfinden, wurde ein bombenähnliches Objekt gefunden, sodass der Munitionsbergungsdienst anrücken musste (SVZ berichtete). Nach Informationen von Jan Rose vom mit dem Bauprojekt beauftragten Landschaftsarchitekturbüro Adolphi-Rose habe es sich dabei um ein Teil eines Granatwerfers aus dem Ersten Weltkrieg gehandelt. Dies verwundert Bürgermeisterin Elfriede Schmidt. „Wir hatten in Jürgenshagen weder im Ersten noch im Zweiten Weltkrieg Angriffe. Aber das sind Geschichten, die das Leben schreibt.“

Der Fund war gestern Thema bei der Baubesprechung in Jürgenshagen. Doch nicht nur dieser sorgte für Aufsehen – auch das Bauprojekt soll nach Fertigstellung für Aufsehen sorgen. Das Gerüst einer Schaukel und ein Trampolin sind bereits in die Erde eingelassen. Nur benutzt werden dürfen die Spielgeräte noch nicht. „Deswegen hängen die Schaukeln auch noch nicht“, sagt Jan Rose. Er und Elfriede Schmidt wissen, dass sonst die ersten Kinder bereits auf der Baustelle toben würden. „Sonst wird natürlich gleich alles ausprobiert.“ Doch noch versperrt ein Zaun den Zugang, denn die Fundamente müssen noch aushärten.

Einige Bänke und Picknicktische stehen bereits. Eine Netzpyramide, eine Dreier-Wippe, eine Schaukel und ein Trampolin werden folgen. Es soll ein Ort der Begegung für Jung und Alt entstehen – oder wie die Bürgermeisterin es nennt: Ein Plätzchen mit „Drumherum-Charakter“. Denn die momentane Baustelle befindet sich inmitten vom Gemeindehaus, dem Dorfladen, der Kapelle und einer Einrichtung für altersgerechtes Wohnen. Trotz der Spielgeräte soll der Platz nicht als reiner Spielplatz verstanden werden.

Ein genauer Termin für die Fertigstellung steht noch nicht fest. Realistisch sind laut Elfriede Schmidt aber zirka zwei Wochen. Auch der TÜV wird noch kommen und die Spielgeräte hinsichtlich ihrer Sicherheit testen. Wenn alles fertiggestellt und abgenommen wurde, soll der neue Mittelpunkt von Jürgenshagen feierlich eröffnet werden.

Das Projekt entstand auf Anregung von Anwohnern. „Junge Mütter haben die Initiative ergriffen“, sagt Elfriede Schmidt. Gemeinsam mit Einwohnern wurde dann eine Ideenliste erarbeitet. „Die Liste diente uns dann als Grundlage“, so Jan Rose.

Das Ziel ist es, den Ortskern aufzuwerten. Dieses Vorhaben bringt Kosten in Höhe von 50 000 Euro mit sich. 40 000 Euro davon sind Fördermittel im Zuge des Bodenneuordnungsverfahrens, die restlichen 10 000 Euro sind Eigenmittel der Gemeinde.

Übrigens: Bei der Baubesprechung gestern kam eine Frage auf: Wo sind eigentlich die Mülleimer? Es sind in der ursprünglichen Planung nämlich keine vorgesehen. Architekt Rose äußerte die Hoffnung, dass die Leute ihren Müll ja mitnehmen könnten und wies zudem darauf hin, dass die Mülleimer dann auch geleert werden müssen. Elfriede Schmidt dazu: „Was liegen bleibt, müssten wir auch aufsammeln.“ Behälter werden noch errichtet.