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Bützow Mit dem Rollator durch Bützow

Von Tore Degenkolbe | 15.06.2017, 05:00 Uhr

Seniorenbeirat organisierte gestern eine Informationsveranstaltung für ältere Menschen / Verkehrssicherheit sehr gefragt

Mit dem Rollator durch Bützow? Für manche Senioren gar nicht so einfach. Kopfsteinpflaster, hohe Kantsteine und fließender Verkehr fordern die älteren Bürger heraus. Aus diesem Grund hat der Seniorenbeirat der Stadt gestern einen Informationstag organisiert.

Mit dabei ist auch das Präventionsteam der Polizeiinspektion Güstrow. Und an dieser Station gibt es einen großen Andrang. Dort können sich die Senioren zum Beispiel über die Gefahren im Straßenverkehr aufklären lassen. „Wir vermitteln hier das Basiswissen, frischen es auf“, sagt Carola Johannsen von der Polizeiinspektion Güstrow. Vor allem geht es den Beamten vor Ort darum, die Standards zu wiederholen. Dafür haben sie ein Quiz mitgebracht. „Dabei geht es um das Wissen von Verkehrszeichen und die Grundlagen – also wie verhalte ich mich an der Straße.“ Außerdem bietet die Polizei zusammen mit der Verkehrswacht einen Reaktionstest an. „Auch die älteren Mitbürger sind Verkehrsteilnehmer. Bei dem Reaktionstest sollen sie sich richtig und nicht schnell entscheiden, obwohl er auf Zeit läuft“, so Carola Johannsen.

Direkt neben dem Stand der Polizei können Senioren, die auf einen Rollator angewiesen sind, testen, wie sie trotzdem sicher Bus fahren und die Unebenheiten auf ihrem Weg – wie Kantsteine – bewältigen. Dazu hat Thomas Karmelita vom Verkehrsunternehmen Rebus extra einen Bus auf den Marktplatz gebracht und einen kleinen Parcours aufgebaut. Die Senioren können dort üben, wie sie gut in den Bus und wieder hinaus kommen. Zum Abschluss bekommen sie dann einen „Rollator-Führerschein“.

„Was ich dazugelernt habe, ist, dass es draußen am Bus extra einen Knopf für Rollator-Fahrer gibt, den ich drücken muss, um dem Busfahrer anzuzeigen, dass ich Hilfe brauche“, sagt Ruth Hünemörder aus Bützow. Das Wissen darüber gebe ihr auch Sicherheit, wenn sie dann doch mal den Bus nehmen muss, so die Seniorin. „Die Führung hat mir schon geholfen.“

Neben der Verkehrssicherheit kümmern sich die Beamten des Präventionsteams auch um den Schutz vor Betrugsfällen, wie zum Beispiel dem bekannten Enkeltrick und weiteren Maschen. „Dass die Senioren ihren Geldbeutel nicht im Rollator aufbewahren sollten und dass sie EC-Karte und Pin niemals zusammen in einer Tasche tragen sollten, das sind zum Beispiel Dinge, die wir den älteren Mitbürgern raten“, sagt Carola Johannsen.

Auch ansonsten nahmen die Senioren das Angebot an Informationen der Pflegedienste und Ernährungsberatungen und das Kulturprogramm mit Musik vom Liederkranz sowie dem Duo Joachim Fiedler und Rainer Helwes wahr.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagt Regina Büch-Hohlfeld, Vorsitzende des Seniorenbeirats. Der Andrang auf die Stände sei wie erhofft. Dass so viele Bützower Senioren gekommen sind, freut die Beiratsvorsitzende sichtlich. „Hier wird das Motto der Veranstaltung gelebt: mobil und gesund im Alter zu sein bedeutet ja, dass sich die Senioren auch auf Veranstaltungen bewegen“, so die Vorsitzende.