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Bützow „Minijob“ fürs Krumme Haus

Von jchr | 27.03.2018, 21:00 Uhr

Die Stadt Bützow schafft eine Stelle mit geringfügiger Beschäftigung im Museum, um die Arbeit des „Bufdi“ fortzuführen

Das Krumme Haus ist aus Bützow nicht wegzudenken. Als Museum zieht es Einheimische wie Auswärtige an, zahlreiche Veranstaltungen tragen zum Gemeinwohl bei. Das alles zu organisieren bedarf Arbeitskraft. Deswegen wurde vor Jahren über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Umwelt und Arbeit Bützow und Umland, kurz BQG, eine Stelle über den Bundesfreiwilligendienst geschaffen, um das Krumme Haus zu unterstützen. Diese diente der Entlastung der Mitarbeiter, wie es in der Beschlussvorlage heißt, mit der sich am Montagabend der Hauptausschuss der Stadt Bützow befasste. Der „Bufdi“ erfüllt nun jedoch nicht mehr die Voraussetzungen für diese Art der Beschäftigung. Deswegen setzte sich der Hauptausschuss mit der Frage auseinander, ob die Person in geringfügiger Beschäftigung angestellt werden kann.

Die Beschlussvorlage sieht vor, eine Person mit einer monatlichen Arbeitszeit von zirka 32 Stunden bis maximal zum 31. Dezember 2020 anzustellen. Diese ergibt sich aus tariflichen Vorschriften. Gäbe es Tariferhöhungen, müsste die Arbeitszeit entsprechend gesenkt werden. 6500 Euro hat die Stadt dafür jährlich eingeplant. Zuvor waren es 1000 Euro Beteiligung am „Bufdi“.

Die Beschlussvorlage sei mit Änderungen angenommen worden, sagte Doris Zich, stellvertretende Bürgermeisterin Bützows auf SVZ-Nachfrage. Welche das sind, wollte sie mit Verweis darauf, dass die Sitzung öffentlich war, nicht nennen.

Er hofft, dass Frau Zich Unrecht hat, sagte Joachim Fiedler (SPD) gegenüber SVZ. Zumindest habe er seine Stimme der vorliegenden Beschlussvorlage gegeben, da alles andere keinen Sinn ergebe. So sei laut Joachim Fiedler darüber diskutiert worden, die Stelle öffentlich auszuschreiben, statt sie mit der favorisierten Person zu besetzen. Mit seiner Stimme habe er deutlich machen wollen, die Stelle nicht auszuschreiben. „Denn die Person (bislang „Bufdi“; Anm. d. Red.) hat sich dort bewährt.“ Eine Neuer müsste erst eingearbeitet werden. „Und junge, dynamische Leute kommen bei einem auf zwei Jahre befristeten Vertrag nicht“, sagt Joachim Fiedler. Es bestehe die Gefahr, dass bei Finanzknappheit eine solche Stelle gekürzt werden müsse, wenn es erforderlich ist. „Und das will man bei jungen Menschen doch nicht machen.“ Die favorisierte Person hingegen könne nach Ablauf der Frist vielleicht in die Rente übergehen.

Genau über solche Punkte sei laut Joachim Fiedler in der Ausschusssitzung diskutiert worden. Der Beschluss wurde seiner Auffassung nach jedoch entsprechend der Vorlage gefasst, die über das Ratsinformationssystem auch für jedermann zugänglich ist. Dies bestätigt auch Ralf-Peter Katzer (UBB). Es sei lediglich über die Begründung diskutiert worden, nicht über den Fakt, dort eine Stelle zu schaffen. Ob der Minijob ausgeschrieben wird oder nicht, sei für ihn nicht entscheidend. Wichtig ist: „Wir brauchen jemanden, der das Krumme Haus verstärkt und dazu auch in der Lage ist.“

Ob nun eine Ausschreibung erfolgt oder die Stelle mit dem „Bufdi“ besetzt wird, bleibt offen. Der Beschluss trifft darüber keine Aussage, die Stadt ebenso nicht.