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Schwaan Linedancer schwingen die Hufe

Von cmil | 06.12.2016, 12:00 Uhr

„Dancing hoofs“ tanzen regelmäßig in amerikanischer Manier

Es wird gewirbelt, gestampft und sich gedreht. Linedance, also Linientanz, ist eine flotte Tanzart. Sie kommt ursprünglich aus den Vereinigten Staaten. Ein Verein hat sich ganz diesem Tanzstil verschrieben – der Linedance Verein „Dancing hoofs“ aus Schwaan. Seit seiner Gründung 2004, die aus einem Volkshochschulkurs resultierte, begeistern seine Mitglieder ihr Publikum mit dem rasanten Stil.

„Wir haben über 40 Mitglieder, davon sind elf Kinder“, sagt Monika Ross, Vorsitzende des Vereins. Vor allem auf diese, zehn Mädchen und ein Junge, sei sie stolz. „Einige sind schon sehr lange dabei“, sagt Monika Ross. So zum Beispiel Ashley Paditz. Seit sie vier Jahre alt ist, tanzt sie Linedance. „Es macht mir sehr viel Spaß. Ansonsten würde ich ein Hobby ja auch nicht so lange ausüben“, sagt die Zwölfjährige. Und auch Lena Wiedenbeck tanzt schon lange. „Seit achteinhalb Jahren bin ich hier beim Linedance. Dazu gekommen bin ich durch eine Freundin. Wir beide suchten ein schönes Hobby und wir haben schon immer gern getanzt.“

Noch nicht so lange dabei ist ist Melisa Marie Kuckuck. Die 13-Jährige ist seit Juni diesen Jahres im Verein, beherrscht aber laut Monika Ross schon sehr viele Tänze. Im Verein knüpfte Melisa neue Kontakte.

Monika Ross sieht als ehemalige Erzieherin auch das pädagogische Potenzial des Vereins. Einerseits sei es eine sportliche Betätigung, aber andererseits helfe es den Kindern auch in deren Entwicklung. „Ein paar unserer Mitglieder bekommen Unterstützung durch das Jugendamt. Dieses hat uns eine sehr gute Rückmeldung zu der Entwicklung der Kinder gegeben“, sagt die Rentnerin. Sie seien durch die Tänze und den Gruppenzusammenhalt ruhiger geworden, sagt die Vorsitzende.

Obwohl so viele junge Mitglieder dabei sind, hat auch „Dancing hoofs“ mit dem demografischen Wandel zu kämpfen. „Die Altersspanne ist sehr breit. Unser jüngstes Mitglied ist acht, unser ältestes stolze 67“, berichtet die Vorsitzende. Dennoch: „Ich würde mich freuen, wenn mehr Leute kommen würde.“

Amerika-Affinität ist übrigens kein Muss. „Die Leute, die hier tanzen, mögen die Country-Musik. Linedance hat aber auch den Vorteil, dass man es auch ohne Partner tanzen kann.“ Das Konzept: Die Mitglieder tanzen auf einer Linie. Dadurch entstehe ein gesellschaftliches Tanzgefühl, obwohl jeder für sich alleine tanzt. „Das ist vor allem für die Frauen toll, deren Männer bekennende Tanzmuffel sind“, sagt Monika Ross mit dem Anflug eines Grinsens.

Zu den Vereinsaktivitäten gehören neben dem Tanztraining aber auch gemeinsame Ausflüge, zum Beispiel zum Bowlen und eine Weihnachtsfeier. „Außerdem laden wir einmal im Jahr alle Linedance-Vereine in Mecklenburg zu uns ein. Dann wird gegrillt, gelacht, berichtet und natürlich viel getanzt“, erzählt Monika Ross. Zudem tritt der Verein auf diversen Festivitäten auf und zeigt dort sein Können. „Wir waren zum Beispiel schon mehrfach beim Brückenfest in Schwaan“, berichtet die Vorsitzende. Manchmal bekämen sie auch Anfragen für private Geburtstagsfeiern. Zu den Anlässen kleiden sich die Mitglieder dann immer entsprechend einheitlich. „Jeder trägt Cowboyhut und Stiefel, dazu ein weißes Hemd und ein Tuch. So wie es sich gehört“, sagt Monika Ross.

Auch der Vereinsraum wirkt stilecht. Mit dem Star-Spangled-Banner, der amerikanischen Nationalflagge, und Steckbriefen wirkt die Tanzfläche wie in einem Saloon. Wer Lust hat, sich den Linedance einmal genauer anzusehen, ist eingeladen, in diese Atmosphäre einzutauchen. „Wir wollen tanzen, weil es Spaß macht. Darum nehmen wir auch an keinen Wettbewerben teil. Hier soll jeder mittanzen können“ sagt Monika Ross.

Training: Erwachsene montags 18 bis 20 Uhr, dienstags und mittwochs von 19 bis 21 Uhr;

Kinder: dienstags 16 bis 17 Uhr (Anfänger), 17 bis 18 Uhr (Erfahrene).