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Bützow Land gibt doch Geld für Stiftskirche

Von raba | 06.06.2016, 21:00 Uhr

Kehrtwende bei Förderung des Nationalen Kulturdenkmals. 110 000 Euro aus Sonderprogramm für Denkmalschutz

Die Landesregierung gibt nun doch 110 000 Euro für die weitere Sanierung der Stiftskirche Bützow. „Wir werden die Mittel als Kofinanzierung im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VI zur Verfügung stellen“, erklärte gestern Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD). „Ich hoffe dabei sehr auf die Unterstützung des Bundes. Denn die Landesmittel können der Stiftskirche Bützow nur zu Gute kommen, wenn der Bund eine Förderung der Sanierungsprojekte für die Stiftskirche Bützow möglich macht.“

Am Dienstag war bekannt geworden, dass der Bund  bereits zugesagte Fördermittel in Höhe von 110 000 Euro aus dem Denkmalprogramm nicht ausreicht. Begründet wurde dies damit, dass das Land keine Kofinanzierungsmittel zur Verfügung stellt. Damit standen bereits fest eingeplante Restaurierungsarbeiten plötzlich auf der Kippe. Denn bisher galt für das nationale Kulturdenkmal Stiftskirche   eine Drittelfinanzierung. Bund, Land und Kirchengemeinde stellen jeweils ein Drittel der Investitionskosten.

Gegenwärtig erfolgt in der Stiftskirche  ein Teil der Deckenausmalung.   Arbeiten, die  bereits im vergangenen Jahr durchgeführt werden sollten. Sie wurden jedoch aufgrund des Tornados und den erhebliche Schäden an der Kirche verschoben. Mit der vom Bund zugesagten weiteren Förderung über das Denkmalpflegeprogramm sollte sich aber nun der nächste Bauabschnitt unmittelbar  anschließen. Ohne die Mittel von Bund und Land wäre das nicht möglich. Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU) hatte daraufhin der Landesregierung vorgeworfen, das Land lasse „die vielen ehrenamtlich Engagierten, die sich vor Ort um den Wiederaufbau der Stiftskirche Bützow und die Kirche als Kulturgut kümmern  im Stich“.  Dem widerspricht Kultusminister Brodkorb. „Das Land hat nach Angaben des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege eine Förderzusage für die Stiftskirche Bützow nie abgelehnt“, betonte  Brodkorb.

Der Leiter des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, Dr. Michael Bednorz, verweist darauf, dass das Land jährlich speziell für Denkmalförderung vier Millionen Euro ausgibt. „Für den ländlichen Raum sind zwei Millionen Euro vorgesehen, die den lokalen Leader-Aktionsgruppen  zugewiesen wurden“,  so Bednorz. „Aus diesen Geldern können auch die Denkmalschutz-Sonderprogramme des Bundes kofinanziert werden.“ Auf das Leader-Programm verweist auch Kultusminister Brodkorb: „Vor dem Hintergrund der Sturmschäden hat mich die Entscheidung der zuständigen Leader-Gruppe erstaunt.  Ich bedauere, dass diese sich gegen eine Förderung der Sanierungsprojekte der Stiftskirche Bützow entschieden hat.“   Doch die Leader-Gruppen würden vor Ort in einem demokratischen Verfahren entscheiden, in das er sich nicht einmischen wolle.

 Olaf Pommeranz, Regionalmanager für die Leader-Mittel im Landkreis Rostock, erklärte, dass es 2104 einen Antrag zur Stiftskirche gab. Der  wurde aber nicht berücksichtigt, da sehr viele Projekte vorlagen.  „Nach dem Sturm 2015 hat es keinen weiteren  Antrag zur Stiftskirche gegeben“, erklärt Olaf Pommeranz.

Die Praxis des Landes, seit 2015 für Denkmalschutz vorgesehene EU-Mittel auf die kommunalen Leader-Aktionsgruppen zu übertragen, sei eine ungeeignete,  sagte Eckhardt Rehberg. Das Land stehle sich damit aus der Verantwortung, so der Bundestagsabgeordnete.