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Schwaan Kreative Köpfe öffnen ihre Türen

Von jchr | 05.06.2017, 05:00 Uhr

Aktion „KunstOffen“ fand über das Pfingstwochenende statt / Zahlreiche Künstler der Region stellten sich und ihr Handwerk vor

Traditionell fand über das Pfingstwochenende wieder die Aktion „KunstOffen“ statt. Wo der auffällige gelbe Schirm zu sehen war, da wurde es interessant. Zahlreiche kreative Köpfe der Region öffneten ihre Türen und präsentierten neugierigen Besuchern ihre Ateliers, ihre Werke und ihr Handwerk. Auch viele Galerien und Ausstellungen jeglicher Art in der Umgebung öffneten ihre Türen.

Unter den Teilnehmern von „KunstOffen“ war auch Dörte Holnberg. Die Wiendorferin gewährte Einblicke in ihr Schaffen. Aus dem Hobby heraus geht sie seit mittlerweile vier Jahren ihrer Leidenschaft auch beruflich nach. Sie ist Fassmalerin – sie fasst Möbel in Kreidefarbe ein und verleiht Tischen, Stühlen und Co. neues Leben. Den Großteil machen Auftragsarbeiten aus. „Einige haben eine genaue Vorstellung, anderen helfen wir“, erklärt Dörte Holnberg. Mit einem Farbschema werde individuell geschaut, was in die Räumlichkeiten eines Kundens passe.

Dabei erhalten Möbel nicht nur einen neuen Anstrich. „Die Stücke werden aufgearbeitet, nicht nur eingefasst“, erklärt die Wiendorferin. In manche Objekte werden auch neue Schlösser oder Schaniere eingearbeitet. Eigentlich sind die fertigen Werke für den Gebrauch gedacht, laut Dörte Holnberg sind einige Kunden aber auch an Einzelstücken als Hingucker interessiert.

Die Fassmalerei sei hier nicht so verbreitet, eher im Süden, sagt die Wiendorferin. Dörte Holnberg schätzt an ihrem Handwerk, dass es Möbel vor dem Müll bewahrt. „Bevor es weggeschmissen wird... Außerdem ist es nachhaltig und man muss nicht immer alles neu kaufen.“ Viele aufgearbeitete Objekte seien Erbstücke. Kurios: Die Kunsthandwerkerin berichtete sogar davon, dass einige neue Möbel gekauft hätten, um sie von ihr aufarbeiten und ändern zu lassen.

Bereits zum neunten Mal nahm auch die Schwaaner Künstlerin Kathrin Wolbring-Wagner an „KunstOffen“ teil. „Damit lockt man die Leute, die Plattform wird gut angenommen“, sagt sie. Insbesondere bei schönem Wetter würden viele Neugierige einschauen.

Kathrin Wolbring-Wagner ist in der Region für ihre Malerei bekannt. „Einige wissen von den Bildern, von der Aufbaukeramik aber nicht“, erklärt sie. Beispielsweise fertigt sie auch dekorative, platte Flaschen an. „Das habe ich vor 15 Jahren einfach mal ausprobiert.“ In einem Brennofen wird eine leere Flasche so sehr erhitzt, dass sie quasi in sich zusammenfällt. „Manche hängen sie sich in den Apfelbaum, andere ins Fenster.“ Bei einfallendem Licht seien die Flaschen besonders schön.

Kathrin Wolbring-Wagner, die auch viele Kurse und Projekte an Schulen begleitet, schätzt an „KunstOffen“ auch, neue Menschen begrüßen zu können. Einige davon würden dann zum Tag des offenen Ateliers vor Weihnachten sogar wiederkommen.