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Bützow Kleiderkammer bleibt auf Spenden angewiesen

Von JCHR | 09.12.2017, 05:00 Uhr

Beschluss des Amtsausschusses: Einrichtung des DRK erhält keine Förderung, die Schwangerschaftsberatung hingegen schon

Des einen Freud, des anderen Leid. Der Amtsausschuss hat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen, dass die „pro familia Schwangerschaftsberatungsstelle“ für das Jahr 2018 eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 548,85 Euro seitens des Amtes erhält. Die Kleiderkammer hingegen, die ebenfalls Unterstützung beantragte (750 Euro), wird kein Geld bekommen. Der Entscheidung ging eine kontroverse Diskussion voraus.

2005 fasste der Amtsausschuss einen Beschluss darüber, dass fortan die Tafel und die Schuldnerberatungsstelle Gelder aus dem amtlichen Säckel erhalten. Damit wurde auch festgelegt, dass aus diesem Topf ansonsten niemand Gelder erhält und eventuelle Bittsteller sich an die Gemeinden wenden müssen. Und wenn nun zwei Ausnahmen erteilt werden, würden bald die nächsten Antragsteller kommen, erklärte Amtsvorsteher Eckhard Krüger.

Joachim Fiedler konnte diese Aussage nicht nachvollziehen. Als Vorsitzender des Sozialausschusses wies er darauf hin, dass die Beratung von Schwangeren anonym verlaufe. Es könne nicht nachvollzogen werden, ob eine Hilfebedürftige aus Warnow, Tarnow, Bernitt oder Penzin komme. Der Aufwand, nun an alle Gemeinden „Bettelschriften“ zu schicken, sei für pro familia ein enormer Aufwand, der in keinem Verhältnis stehe. Die zu Beratenden würden aus allen Gemeinden kommen, weswegen der Amtsausschuss zustimmen sollte. Bernitts Bürgermeisterin Birgit Czarschka plädierte indes dafür, „den Ball an den Landkreis zu spielen“, da der Bedarf an Schwangerschaftsberatung auch mit Zuzügen von Flüchtlingen zusammenhänge.

Anders war die Stimmung bezüglich der Kleiderkammer, die vom DRK geführt wird. Frank Schröder merkte an, dass dort auch Verkäufe getätigt werden und die Kleiderkammer wirtschaftlich geführt werde. Tarnows Bürgermeister Ingo Sander sagte, dass das DRK die 750 Euro durchaus verkraften könne. Friedemann Preuß, Bürgermeister von Klein Belitz, plädierte dafür, beiden Anträgen zuzustimmen. Es müsse ohnehin jedes Jahr neu beschlossen werden, weswegen es für die Zukunft kein Risiko wäre. Zudem merkte er an, dass der Ursprungsbeschluss, nur die Tafel und die Schuldnerberatung zu unterstützen, auf den Prüfstand gehöre. „Wenn der Beschluss von 2005 ist, wird es höchste Zeit, ihn zu überarbeiten.“

Schließlich wurde beschlossen, über beide Anträge getrennt voneinander abzustimmen. Mit 15 Nein-Stimmen, drei Enthaltungen und einem Ja (nur Friedemann Preuß stimmte dafür) wurde die Anteilsförderung der Kleiderkammer des DRK mehrheitlich abgelehnt. Die Anteilsförderung einer Schwangerschaftsberatungsstelle von „pro familia“ aus den Haushaltsmitteln des Jahres 2018 wurde mit 13 Zustimmungen, zwei Gegenstimmen und vier Enthaltungen beschlossen.