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Bützow Jetzt kommt die Aalfangbrücke

Von jchr | 14.03.2018, 21:00 Uhr

Neue Warnowquerung: Nach Jahren der Verzögerung beginnen am kommenden Donnerstag die Arbeiten

Seit sieben Jahren fließt der Verkehr der Landesstraße 11 in Bützow über eine Behelfsbrücke. Die eigentliche Brücke über den sogenannten Aalfang wurde längst abgerissen. Nun, mit Jahren Verspätung, soll eine neue Brücke errichtet werden. Am kommenden Donnerstag, 22. März, sollen die Arbeiten beginnen, informiert das Straßenbauamt Stralsund. Errichtet wird eine Stahlbetonbrücke, erklärt Manfred Borowy, stellvertretender Leiter des Straßenbauamtes. Die Brücke wird auf 16 Betonbohrpfählen stehen, die 15 Meter in die Tiefe reichen, zwischen den Geländern 14,80 Meter breit sein und eine asphaltierte Fahrbahn sowie zwei Gehwege erhalten. Den Auftrag erhielt eine Leezener Firma. Die Kosten von rund 1,1 Millionen Euro teilen sich das Land MV und die Stadt Bützow. Den Verkehr wird das Bauvorhaben nicht beeinflussen, der fließt weiterhin über die Behelfsbrücke.

Die neue Aalfangbrücke hat eine lange Vorgeschichte. Vorangegangen war ihr vor Jahren eine hitzige Diskussion, denn das Landesstraßenbauamt wollte die Behelfsbrücke im damaligen Rosengarten errichten. Doch CDU- und SPD-Fraktion stellten sich quer, die Stadt sollte dafür keine Flächen zur Verfügung stellen. Es wurde dafür plädiert, die andere Seite zu nutzen. In diesem Zuge sollte auch gleich die seinerzeit noch marode Villa Rose verschwinden. Das Verkehrsministerium und das Straßenbauamt hatten jedoch deutlich gemacht, dass es zur Umleitung durch den Rosengarten keine Alternative gibt.

Das Straßenbauamt Güstrow hatte zuvor sogar eine Umleitung über Landesstraßen vorgeschlagen. Diese hätte einen Umweg von 44 Kilometern bedeutet. Die Stadt argumentierte dagegen, dass sowieso jeder andere Straßen als Umleitung nutzen würde, etwa durch die Gartenstraße oder über Rühn.

Ein Kompromiss wurde gefunden, die Behelfsbrücke wurde ganz dicht an der alten Brücke errichtet. Erste Bäume wurden am 25. Oktober 2010 gefällt, um Platz für den Ersatzbau zu schaffen. Die ersten Autos rollten am 29. April 2011 über die neue Behelfsbrücke – drei bis vier Jahre sollte das so gehen. Die Errichtung einer neuen Brücke wurde übrigens schon für 2013 ins Auge gefasst, wurden dann auf 2014 verschoben. Dann auf 2016, nicht zuletzt, weil sich die Stadtvertretung nicht über den Verlauf eines Gehwegs einigte und das Land deswegen Investitionen verschob. Dann sollte der Bau im Herbst 2017 beginnen. Und nun also ab kommender Woche, dann bis November. Der Abriss der Behelfsbrücke erfolgt nach Fertigstellung der neuen.

Während die Arbeiten auf Fußgänger und Fahrzeuge keine Auswirkungen haben, müssen sich Verkehrsteilnehmer auf dem Wasser auf Einschränkungen einstellen. „Zur Gewährleistung der Sicherheit für die Wassersportler wird der Warnowarm ab Brücke Gartenstraße während der gesamten Bauzeit voll gesperrt“, heißt es. Dafür wird aber der Anlegesteg neben der Brücke neu errichtet.