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Schwaan Gute Seele des Seniorenclubs

Von FLIE | 19.02.2019, 12:00 Uhr

Annegret Noberat freut sich auf den Campus und aufs Mehrgenerationenhaus.

Gerade deckt Annegret Noberat im Seniorenclub in Schwaan den Tisch für die Blutspender, da hat jemand vom DRK-Blutspendedienst eine Frage. „Anne“, wie alle sie nennen, eilt in den Gemeinschaftsraum. Kurz darauf steht ein Mann in der Tür und liefert den Imbiss an, den die Spender nach ihrer guten Tat einnehmen können. Die Kisten will Anne in der Küche haben. Aber so langmütig die DRK-Mitarbeiterin auch sein kann: Der kleine Raum ist ihr Reich.

Die Küche soll ihr niemand Unordnung reinbringen. Darauf legt Annegret Noberat vom DRK-Seniorenclub großen Wert. Die paar Quadratmeter sucht sie auch auf, wenn es mal zu hektisch werden sollte. Das kommt allerdings sehr selten vor. Sie hat alles im Griff.

„Eigentlich wollte ich zur See fahren, die Welt kennenlernen“, sagt die 62-Jährige zu ihrem Einstieg ins Berufsleben. In Rostock wurde sie Facharbeiterin für Anlagentechnik, aber als sie ihre Ausbildung abgeschlossen hatte, durften Frauen nicht mehr zum Fischfang aufs Schiff.

Zu schwer, diese Arbeit, hieß es. Also arbeitete Anne 13 Jahre lang in Schwaan „an der Fisch“ – so nennt sie die Fischwarenfabrik Sywan. Vier Jahre lang sogar in leitender Funktion.

Aber die Schichtarbeit hatte zur Folge, dass sie ihren Mann, einen Landwirt, und ihre Tochter kaum noch sah. Sie schulte um zur Fachverkäuferin und arbeitete beim Konsum in Schwaan, später bei Famila in Bützow. Seit 2011 betreut sie Senioren in Schwaan.

Und das ist ihr Ding. „Ich arbeite gern mit Menschen“, sagt sie. Schlechte Laune kenne sie von sich selbst gar nicht, bezeichnet sich als freundlich und aufgeschlossen. Deshalb kocht sie auch gern jemandem „ein Käffchen“ zwischendurch. Selbst wenn die Hütte brennt, wie man sagt.

Und die Schwaanerin will, dass sich ihre Gäste wohlfühlen. Dazu gehört auch, einfach mal ohne Kommentar zuzuhören. „Sie schätzen diese Arbeit. Das ist wichtig.“ Aber auch, dass die Senioren hier Kontakte knüpfen und pflegen können.

Mehr als 20 Senioren kommen mittwochs am Mittag zum Essen. Annegret Noberat bietet frische Hausmannskost an – mit angeliefertem Essen nicht zu vergleichen. Aber auch die angeregte Unterhaltung locke die Senioren aus dem Haus.

Mindestens einmal im Monat treffen im Seniorenclub am Markt in Schwaan Jung und Alt aufeinander. Auch diese Treffen bereiten Annegret Noberat große Freude. Vom Putzen am Montagabend über Kochen bis zum Gespräch: Die 30-Stundenwoche vergeht für die Schwaanerin oft wie im Flug. Dass sie ganz abwechslungsreich ist und sie oft herausfordert: Das ist ganz nach ihrem Geschmack.