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Tarnow Feuerwehr für ihn Herzenssache

Von raba | 21.12.2016, 21:00 Uhr

Christian Gundlach, Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Tarnow, kümmert sich um die gesamt Technik der Brandschützer

Das Fahrrad steht wie fast jeden Tag vor dem Feuerwehrgerätehaus in Tarnow. Ein Zeichen dafür, dass Hans-Christian Gundlach im Haus ist. Er wartet auf einen Techniker, glaubt er zumindest. Doch das war nur ein vorgeschobener Grund. Er ist völlig überrascht, als plötzlich Sohn Mathias in der Tür steht und auch den SVZ-Reporter mitgebracht hat. Die Adventsaktion „Wir öffnen Türchen“ möchte Wehrführer Mathias Gundlach einfach nutzen, um dem Ehrenmitglied der Freiwilligen Feuerwehr Tarnow einmal zu danken.

„Er ist unser Facility Manager. Ich benutze diesen Begriff ganz bewusst, denn Christian ist mehr als nur ein Hausmeister“, sagt Mathias Gundlach. Egal was bei der Feuerwehr gerade anfällt, sein Vater ist immer da. „Kommt ein Techniker, um zum Beispiel die Tore vom Gerätehaus zu überprüfen, steht er bereit“, so der Wehrführer. Sind nach einem Einsatz Schläuche und Atemschutzgeräte auszutauschen, dann macht sich der 63-Jährige auf den Weg nach Güstrow, um die Technik zur Feuertechnischen Zentrale zu bringen. Kleine und größere Reparaturen seien für Hans-Christian Gundlach kein Problem. Das gelte sowohl für das Gerätehaus, als auch für die Einsatzfahrzeuge. Wenn er weitere helfende Hände braucht, steht Klaus Thorentz bereit. Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde ist ebenfalls Mitstreiter der Ehrenabteilung der Tarnower Wehr. „Er ist der grüne Daumen der Wehr, kümmert sich um die Blumen und Rasenflächen“, erklärt Mathias Gundlach.

In Zepelin geboren kam Christian Gundlach 1978 nach Tarnow. Zwei Jahre später wurde er Wehrführer in der neuen Wahlheimat. Und in dieser Funktion blieb er fast 30 Jahre. Erst im Jahr 2010 legte er das Ehrenamt aus gesundheitlichen Gründen in die Hände seines Sohnes. Doch ganz ohne Feuerwehr kann er einfach nicht. „Einer muss es ja machen“, sagt Gundlach. „Wenn ich auf das Hobby angesprochen werde, sage ich immer, das ist kein Hobby, sondern die Einsicht in die Notwendigkeit.“ Das höre sich so nach Verpflichtung an, widerspricht Mathias Gundlach. Bei seinem Vater sei es eher eine Herzensangelegenheit, für die er viele Stunden seiner Zeit opfert. „Er hat die Feuerwehr Tarnow zu der gemacht, die sie heute ist“, so der Wehrführer.

Die Brandschützer sind eine große Gemeinschaft. Es gibt 33 aktive Kameraden und aktuell 13 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Mit neun Fördermitgliedern und zehn in der Ehrenabteilung gehören insgesamt 65 Kameraden der Wehr an, so Gundlach.

Neben der monatlichen Ausbildungeinheit treffen sich die Kameraden auch an einem Sonntag im Monat zum Arbeitseinsatz im Gerätehaus. „Anders geht es nicht, denn die meisten Kameraden arbeiten. Dann wird das erledigt, was Christian nicht alleine schafft“, so der Feuerwehrchef. Doch bei diesem Arbeitseinsatz wird zumeist eine Liste erstellt mit Sachen, die noch erledigt werden müssen. „Und die arbeitet mein Vater dann ab“, so Gundlach.

Das helfe nicht nur der Feuerwehr ungemein, sondern durch diese uneigennützige Tätigkeit von Christian Gundlach und allen anderen Kameraden spart die Gemeinde auch viel Geld. „Wir haben das mal ausgerechnet. Es werden Handwerkerstunden von knapp 30 000 Euro im Jahr nicht benötigt“, sagt Mathias Gundlach.