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Qualitz Die Arbeit seines Mentors weiterführen

Von Nadine Schuldt | 26.03.2012, 09:49 Uhr

Wie vielseitig Kultur sein kann, zeigt seit mehreren Jahren Hannes Schützler aus Qualitz.

Der 36-Jährige löste vor über einem Jahr seine Werkstatt in Berlin auf und kehrte in sein Heimatdorf Qualitz zurück. Dort arbeitet er in der Druckwerkstatt im Haus seiner Eltern Gudrun und Ernst Schützler. Hier erledigt er Auftragsarbeiten von anderen Künstlern, druckt seine eigenen Grafiken, unterstützt Künstler in der Erarbeitung von Druckgrafiken und führt im Sommer mit Freunden "Musik- und Kunstkurse" für Kinder durch. Im Güstrower Kunsthaus bietet Hannes Schützler, der von 1998 bis 2006 an der Burg Giebichenstein in Halle/Saale studierte, zudem Kurse zur Radiertechnik an.

Die Ausstattung der Druckwerkstatt stammt von Ernst Lau, der die Galerie "Alte Molkerei" in Baumgarten betreibt. Bereits 2007 wurde damit die Werkstatt bei seinen Eltern eingerichtet. Damals pendelte Ernst Schützler immer noch zwischen Berlin, seinem damaligen Wohnort, und Qualitz. "Wenn Leute auf Ernst Lau zukommen und eine Radierung haben möchten, dann schickt er sie zu mir", erzählt Schützler. Ernst Lau, der jahrzehntelang als Kunstdrucker in Neu Käterhagen tätig war, Schützlers Mentor, stand und steht ihm zur Seite. "Die Werkstatt ist der Hauptgrund gewesen, weshalb ich nach Qualitz zurückgekehrt bin. Für mich ist es auch eine Weiterführung der Arbeit von Ernst Lau", erklärt Hannes Schützler. In den nächsten zwei bis drei Jahren wolle er herausfinden, ob sich etwas "bewegt" und sich Dinge entwickeln, sodass er von seiner Arbeit auch leben kann.

Dabei ermögliche ihm die Ruhe des Landlebens sehr gut, als freischaffender Künstler tätig zu sein. Dennoch möchte er seinen Freundes- und Bekanntenkreis in Berlin und anderen Großstädten nicht missen. So besucht er dort immer wieder Konzerte oder Ausstellungen, nutzt beispielsweise Berlin quasi als Inspirationsquelle. Im Gegensatz zum pulsierenden Stadtleben kommen Freunde aus Großstädten nach Qualitz, um hier in der Abgeschiedenheit des Landes an ihren Werken zu arbeiten.

Hannes Schützler fertigt Radierungen von den verschiedensten Motiven an. Zum Thema "LandStriche" stellt er ab Mittwoch, 28. März, im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow einige seiner Werke aus. "Die Radierungen sind in den vergangenen Jahren entstanden, stammen teilweise schon aus der Zeit meines Studiums auf Burg Giebichenstein in Halle/Saale", erzählt der 36-Jährige. Dabei sind die Wald- und Seeimpressionen abbilden, nicht an bestimmten Ort entstanden. Es handele sich dabei vielmehr um "konstruierte Landschaften", wie es Hannes Schützler bezeichnet. Er möchte, dass sich der Betrachter seine eigene Bildwirklichkeit und damit auch seine eigene Landschaft schaffe, erläutert der Künstler. Um diese Bildwirklichkeit bei den Betrachtern zu erzeugen, benutzt der studierte Kunstpädagoge am liebsten die Radierung. "Es ist das künstlerische Mittel, dass ich in seinen verschiedenen Spielarten ausreizen möchte", sagt Hannes Schützler.

Umfrage-Ergebnisse:

Gefühlte Kunst ist mehr als nur Kino und Theater

Enttäuschend für alle, die sich in Bützow und Umgebung um kulturelle Vielfalt bemühen, dürften in unserer Umfrage zur Serie „Lebenswert“ die Ergebnisse zum Themenschwerpunkt Kultur sein. Vergaben doch auch dafür – so wie zuvor beim Thema Arbeit – nur wenige Teilnehmer gute Noten. Statt dessen hagelte es auf die Fragen „Wie finden Sie das kulturelle Angebot in der Region?“ und „Wie sehen Sie die Entwicklung auf diesem Gebiet in den vergangenen fünf Jahren?“ viele Kritiken. Und als Noten wurden für die Kultur in der Region vor allem die Vier (13 und 19 Prozent der Teilnehmer), Fünf (31 und 22 Prozent)und Sechs (6 und 13 Prozent) vergeben.


Den „weiteren Abbau des Theaters in Güstrow und dass in Bützow kein Kino im Ort ist“, bedauert die Bützower Stadtvertreterin Gisela Synder. „Leider gibt es kein Kino oder ähnliches. Für junge Leute ist das nicht gut“, schreiben auch die Bützower Gudrun und Klaus Krüger. Dass es um die Entwicklung des Barlach-Theaters in Güstrow schlecht steht, bedauert Hannelore Peschke aus Bützow. Überhaupt lässt das Umfrageergebnis insgesamt den Verdacht aufkommen, dass beim Thema Kultur viele zuerst an Kino und Theater denken.


„Ein großes Lob ans Kunsthaus Bützow, an die Galerie Hegermann sowie ans Heimatmuseum“, verteilt die Bützowerin Gudrun Schumann. Auch aus Schwaan kommt Anerkennung für das kulturelle Angebot vor Ort. „Kunstmühle und Kulturverein bieten viele Konzerte und andere Veranstaltungen. Die evangelische Kirche bietet in den Wintermonaten monatlich kostenfrei eine Kinoveranstaltung an“, schreibt ein Rentner aus der Warnow-Stadt.