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Initiative Gentechnikfreie Region Bützow : Bützow setzt auf natürliche Saat

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Das Gebiet des Bützower Bauernverbandes soll auch in diesem Jahr gentechnikfreie Region bleiben. Dazu haben sich alle Landwirt aus der Bützower Umgebung bereit erklärt.

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erstellt am 27.Apr.2011 | 08:32 Uhr

Bützow | Das Gebiet des Bützower Bauernverbandes soll auch in diesem Jahr gentechnikfreie Region bleiben. Dazu haben sich auf dem diesjährigen Bauerntag des Verbandes alle Landwirt aus der Bützower Umgebung bereit erklärt.

Um dieses und weitere Thema dreht sich heute auch das "6. Landestreffen gentechnikfreier Regionen in Mecklenburg-Vorpommern" auf dem Gut Dalwitz, bei dem auch die Initiative "Gentechnikfreie Region Bützow" durch eine Person vertreten sein wird. "Das Treffen dient dem Informationsaustausch, um wieder auf den neuesten Stand zu kommen", sagt Katrin Kauer, Geschäftsführerin des Bützower Bauernverbandes. Für den BUND Mecklenburg-Vorpommern, der das Landestreffen organisiert, sind noch andere Punkte wichtig.

"Der Austausch unter den 13 gentechnikfreien Regionen im Land soll noch enger werden", sagt Dr. Burkhard Roloff, Organisator des Treffens. Ihm sei es ganz wichtig, dass sich bei den Teilnehmern die sogenannte "Null-Toleranz" durchsetzt. "Wir wollen, dass die jeweiligen gentechnikfreien Regionen erkennen, dass nur noch gentechnikfreies Saatgut ohne Grenzwerte genutzt wird", sagt Roloff. Zudem gebe der Autor Jörg Bergstedt einen Einblick in die Verquickerungen der Gentechnik-Lobby, fügt Roloff hinzu.

Die Mitglieder der hiesigen Initiative Gentechnikfreie Region Bützow wie Manfred Bissa, Landwirt und Vorstandsvorsitzender des Bauernverbandes sehen keinen Bedarf, genmanipuliertes Saatgut - weder Mais noch andere Pflanzen - zu verwenden. "Mit dem Saatgut, mit dem wir derzeit unsere Landwirtschaft betreiben, kommen wir auch aus", sagt Manfred Bissa. Für ihn ist die Erklärung ganz einfach: Wenn wir eine vernünftige Ackerwirtschaft mit einer vernünftigen Fruchtfolge betreiben, brauchen wir kein genmanipuliertes Saatgut. Einige Pflanzenkrankheiten hätten sich unter anderem wegen des verstärkten Anbaus von Monokulturen hochgeschaukelt, nennt Bissa einen Faktor für den Einsatz von genmanipuliertem Saatgut. Zudem wollen die Mitglieder der Bützower Initiative auch schriftliche Erklärungen, dass sie sowohl kein genmanipuliertes Saatgut als auch keine diesbezüglich veränderten Futtermittel nutzen. "Wir verwenden eigenes Futtermittel, kaufen nur Rapsschrot aus der ehemaliger Güstrower Getreide AG, weil wir da wissen, dass es von hier kommt", sagt Bissa, der als auch Landwirt arbeitet.

Landwirt Michael Constien hatte vor einigen Jahren die Diskussion um eine gentechnikfreie Zone beim Bützower Bauerntag ins Rollen gebracht. Bei der gleichen Veranstaltung im vergangenen Jahr lag dann eine Selbsverpflichtungs-Erklärung aus, auf der die Bauern gegen einen Gen-Anbau unterschreiben konnten. 26 von 67 Betrieben im Bauernverband setzten damals ihr Zeichen unter die Erklärung. Für das Jahr 2011 haben erst 15 Landwirte ihre Unterschrift unter die Selbstverpflichtungs-Erklärung gesetzt. "Vergangenes Jahr lag das Dokument beim Bauerntag aus, dieses Jahr mussten uns die Betriebe ihre unterschriebene Erklärung zusenden", sagt Katrin Kauer. Derzeit seien aber auch noch viele andere Formulare einzureichen, weil diverse Antragsfristen auslaufen, erklärt sie den momentan noch geringen Rücklauf. Doch sie bekräftigt:"Der Bauernverbands-Vorstand hat den Entschluss gefasst, gentechnikfreie Region zu bleiben."

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