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Bürger-Sorgen mit der Versorgung in der Region

vom

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2012 | 11:40 Uhr

Wie lebenswert ist Ihr Heimatort, wenn es um die medizinische Versorgung, die Einkaufsmöglichkeiten oder die Dienstleister-Funktion von Behörden geht? Das ist das Spektrum der Leser-Antworten auf die große Fragebogen-Aktion der SVZ, die wir für Sie heute zusammenfassen. 115 Leser aus der Ludwigsluster Region hatten uns ihre Meinung geschrieben.

Leser sehen Fusion der Krankenhäuser negativ

Trotz vieler negativer Erfahrungen sehen 32 Prozent der Befragten das medizinische Angebot insgesamt als gut und 30 Prozent als befriedigend an. Neun Prozent vergeben eine sehr gute Note. Acht Prozent urteilten, die medizinische Versorgung sei sehr schlecht.

Als Manko wird beispielsweise die zunehmende Überalterung der Ärzteschaft gesehen. Da sei eine düstere Zukunft erkennbar, schrieb ein Leser.

Die Zusammenlegung des Krankenhauses Stift Bethlehem Ludwigslust und des Hagenower Kreiskrankenhauses kommt bei den Lesern schlecht weg. So wird der Wegzug der Babystation aus Ludwigslust schmerzlich empfunden. "Durch den Zusammenschluss der beiden Krankenhäuser hat die medizinische Versorgung gelitten. Wenn Ludwigsluster wegen einer Darmspiegelung nach Hagenow müssen, ist dies nicht zu vertreten", urteilt ein Leser.

Fachärzte und Hausärzte seien sehr überfüllt, lange Wartezeiten auf Termine an der Tagesordnung. Es werde teilweise wie am Fließband behandelt. Generell wird die Facharztversorgung bemängelt.

Ein Brenzer schrieb, man bemerke von der Politik keine Aktivitäten zur Ansiedlung von Medizinern. "Wie bemüht sich die Region? Das Amt, um da vorzubeugen, statt hinterher zu heilen? Wird alles immer nur weg rationalisiert (Stift, Erstbeurkundungs- und Kinderstation)?", heißt es auf einem Fragebogen.

Auch die langen Wege zum Arzt mit teilweise bis zu 15 Kilometern Anfahrt sehen Leser als Problem an.

"Behörden sind nicht mehr für die Bürger da!"

Behörden kommen in der Lesergunst eher schlechter weg. So vergab nicht ein einziger Umfrageteilnehmer die Note Eins. 32 Prozent dagegen vergeben eine befriedigende Note. 22 Prozent haben die Note Zwei erteilt. Elf Prozent halten die Arbeit der Behörden für sehr schlecht.

Dienstwege sind viel zu lang, fehlende Entscheidungsfreude und Kompromissbereitschaft sind einige Kritikpunkte. Schlechte Möglichkeiten der Terminvereinbarung schlagen ebenfalls negativ zu Buche. "Die Behörden sind nicht mehr für die Bürger da, sondern die Bürger für die Behörden. Bei Problemen gibt es keine Hilfe", so das drastische Urteil eines Lesers. Zu geringes Eingehen auf die Belange der Bevölkerung, Verstecken hinter Gesetzen, unfreundliche Mitarbeiter… - das ist der Cocktail der Beobachtungen, aus dem sich der Frust ergießt.

Mehr Beweglichkeit der kommunalen Verantwortungsträger wird eingefordert, wenn es um die Ansiedlung von Firmen in Ludwigslust geht. Doch nicht immer sehen Leser Behörden-Mitarbeiter als Auslöser des schlechten Images an. "Die Bürokratie insgesamt nimmt zu, die Mitarbeiter im Rathaus geben sich aber alle Mühe", so eine Antwort.

"Center verursacht Ladensterben"

Die Einkaufssituation in der Region kommt im Urteil der Umfrageteilnehmer vergleichsweise gut weg. 34 Prozent vergeben die Note Zwei, 22 Prozent die Note Drei. 17 Prozent schätzen die Einkaufssituation sogar als sehr gut ein.

Kritikpunkt ist die Magnetwirkung des Ludwigsluster Lindencenters. "Das durch das Einkaufscenter verursachte Ladensterben in der Schweriner Straße, in der Seminarstraße und zum Teil in der Lindenstraße ist zu einem großen Problem geworden. Gelingt es nicht, diesen Prozess zu stoppen, dann wird die Innenstadt in zunehmendem Maße unattraktiv", so eine Antwort.

"Die Städte bemühen sich um ein effektives Management im Aufbau des Versorgungsbereiches, sicher auch eigennützig gedacht, alles andere ist der freien Marktwirtschaft überlassen", so eine weitere Lesermeinung. Es gehört eine Poststelle ins Zentrum!, lautet eine Forderung. Dramatisch die Situation auf dem Lande. "Wären nicht die Angebote der mobilen Anbieter, hätten wir keine Möglichkeit, etwas für die Versorgung zu erhalten", so eine Meinung.

Angesichts des Geschäftsleerstandes regt ein Bürger an, eine Umfrage zu starten, was die Leute sich wünschten.

In Grabow werden Leerstände besonders am Schillerplatz, Brinckmanweg, und Amselring beklagt.

Kundenunfreundliche Öffnungszeiten und unfreundliche Mitarbeiter, geringes, überteuertes Angebot fernab der Realität lauten andere Kritikpunkte.

Dass es ab März eine Postfiliale im SB-Markt im Ludwigsluster Parkviertel gibt, kommentiert eine Leserzuschrift mit "Endlich!"

Das Angebot an Kinderkonfektion wird als zu gering eingeschätzt. "Wir haben in Neustadt-Glewe viele Lebensmittelläden. In der Innenstadt fehlen Einkaufsmöglichkeiten", merkte einer an. Ein bissiger Kommentar zum Schluss: "Nur noch Discounter! Armer Trottel Konsument".

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