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Lokales

18. August 2017 | 07:05 Uhr

Buckelpiste statt Asphaltpfad

vom

Perleberg | Es gleicht einem Schildbürgerstreich: Als Anfang der 2000er Jahre die Umgehung der B 189 für Perleberg gebaut wurde, vergaßen die Planer schlichtweg den Gehsteig auf der Überführung Eichhölzer Weg. Asylbewerber, die zu jener Zeit noch auf dem ehemaligen russischen Militärgelände im Wald zwischen Perleberg und Weisen untergebracht waren, hatten zu Fuß keine Möglichkeit, die Schnellstraße gefahrlos zu überqueren, sie sprangen zwischen dem Verkehr über die neue B 189. Das sorgte für Diskussionsstoff und Ärger. So wurde 2005 die Fußgängerbrücke mit asphaltierter Zuwegung errichtet. Allerdings schon zu einem Zeitpunkt, als feststand, dass das Asylbewerberheim in besagtem Wald nicht mehr auf Dauer bestehen würde. Seit dem 1. Juli 2009 ist es geschlossen. Kein Problem, hieß es damals, die Brücke könne ja auch als Zugang zum Wald für touristische Zwecke genutzt werden.

Das wird sie auch hin und wieder, zumindest von Pilzsuchern wie beispielsweise unserem Leser Hans-Otto Rülker. Der stellte dabei fest, dass der Asphaltwege mehr und mehr einer Buckelpiste gleichen, von den Sanddornwurzeln mittlerweile an vielen Stellen durchbrochen wurden. "Wenn man die Brücke erhalten will, muss man sofort etwas machen. Als erstes müssen die die Sanddornsträucher weg, denn die durchstoßen mit ihrer Wurzelkraft sogar Beton", macht Rülker geltend.

Baulastträger für die Zuwegung zur Fußgängerbrücke ist die Stadt Perleberg. Laut Vereinbarung mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen gingen die Asphaltwege auf beiden Seiten der Brücke 2008 in ihre Trägerschaft über. Die Gewährleistung für das gesamte Bauprojekt lief vor wenigen Tagen, nämlich Ende August, aus. "Aber wir haben bereits im Frühjahr dieses Jahres unsere Ansprüche schriftlich beim Landesbetrieb für Straßenwesen geltend gemacht", betont Liane Schulz vom städtischen Bauamt. Es habe dann auch einen Ortstermin mit Vertretern des Landesbetriebes gegeben, "und wir haben unsere Mängelanzeige noch einmal erneuert", so Liane Schulz. Doch bis heute gebe es aus Kyritz keine Antwort.

Die bekam der "Prignitzer" gestern, und zwar von der stellvertretenden Sprecherin des Landesbetriebes für Straßenwesen Brigitte Sterl. Sie versichert, dass die defekte Deckschicht der Zuwegung und querende Wurzeln darunter entfernt würden. Die Sanddornbüsche selbst bleiben stehen, "denn der Boden ist geeignet dafür, der Sanddorn ist hervorragend angewachsen. Allerdings wird eine Wurzelsperre eingebaut und das auch bei künftigen Planungen bedacht", macht Brigitte Sterl deutlich.

Die Ausschreibung für die Erneuerung der Zuwegung sowie auch schadhafter Holzbohlen im Brückenkörper laufe bereits. Bis Jahresende soll der Zuschlag erteilt sein. Die Arbeiten selbst würden aber erst bei entsprechender Witterung im kommenden Frühjahr ausgeführt, so die Sprecherin.

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erstellt am 13.Sep.2010 | 05:24 Uhr

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