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Lokales

18. August 2017 | 10:54 Uhr

Brummilärm nervt - Rathaus hört weg

vom

Parchim | Anwohner des Möderitzer Weges in Parchim beklagen, dass Lkw ihre ruhige Wohnstraße als Abkürzung benutzen. Eigentlich sollen die Lastwagen, die das Gewerbegebiet an der B 321 ansteuern, die Schweriner Straße nutzen, doch die Realität sieht anders aus. Nicht etwa die spätsommerlichen Sonnenstrahlen wecken Hanno F.* (Name d. Red. bek.), sein Bett wackelt, wenn wieder einmal Brummis durch den Möderitzer Weg brettern. "Der zunehmende Lärm zwischen 6 und 21 Uhr macht uns und unsere Kinder krank", kritisieren viele der Anwohner einhellig.

Sie haben auch schon "oft" das Verkehrs- und Ordnungsamt um Hilfe gebeten - stets erfolglos. Kein Wunder, denn wie die Stadtverwaltung mit Bürgersorgen umgeht, demonstrierte sie gestern wieder hautnah. Bundesweit einmalig in Sachen Bürgerfeindlichkeit dürfte sein, was wir gestern in der Sache erlebten: Eine Anfrage beim Ordnungsamt der Stadt Parchim ließ der amtierende Leiter Lutz Jakobi so

bescheiden: Ohne den Presseverantwortlichen sage er nichts, dass der erkrankt sei, wisse er. Also bekommen die Parchimer eben keine Auskunft, obwohl das Amt rechtlich dazu verpflichtet ist. Für Lichterketten im Kampf um den Kreisstadtstatus waren sie eben noch gut genug. Jetzt hoffen die Bewohner vom Möde ritzer Weg, dass die Polizei mehr kontrolliert.

Besonders Familien nervt der Autoverkehr, allein in diesem Jahr erblickten drei Neugeborene das Licht der Welt. Die jungen Eltern sagen, dass der Lkw-Lärm die kleinen Babys in ihren Bettchen hochschrecken lasse. Auch die ältere Generation ist genervt, werde sie doch regelmäßig aus dem Mittagsschlaf gerissen.

Warum wackeln die Tassen in den Schränken? "Die Häuser und die Straße wurden auf geräusch- und bewegungsübertragendem Lehmboden gebaut", erklärt Hans B.*, "deshalb vibriert es so stark."

Nicht zum ersten Mal wenden sich die Anwohner an die Öffentlichkeit. Sie ereichten immerhin, dass für eine Zeit das Tempo auf 30 km/h reduziert wurde. Geblieben ist aber nur das Schild "30 freiwillig".

Die Bewohner appellieren jetzt an die Unternehmen, nicht mehr die Abkürzung zu benutzen. Sie wünschen sich einen Blitzkasten und Beruhigungsinseln bis zu den Bahnschienen, alles keine schwierigen Vorhaben. Nur: Wenn die zuständigen Amtsleiter sich vor der Öffentlichkeit verschanzen und den einfachen Knöllchenweg wählen, um die Stadtkasse zu füllen, werden wir wohl noch öfter über die Nöte der allein gelassenen Lärmgeplagten vom Möderitzer Weg berichten müssen...

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erstellt am 02.Sep.2010 | 08:22 Uhr

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