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Sechs Kleingewässer in Schependorf in Schuss gebracht : Brüssel saniert Sölle bei Baumgarten

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Vor vier Monaten war die kleine Wasserfläche mit den gekröpften Weiden zugewachsen, vom Wasser kaum noch etwas zu sehen. Dass es jetzt wieder so "aufgeräumt" aussieht, ist einem Förderprogramm aus Brüssel zu verdanken.

svz.de von
erstellt am 15.Nov.2013 | 11:14 Uhr

"Sieht das nicht toll aus." Günter Wegner von der Agrarhöfe Göllin/Laase GbR aus Schependorf schaut zufrieden auf die kleine Wasserfläche mit den gekröpften Weiden, die um das Kleingewässer einen Kreis bilden. Vor knapp vier Monaten war hier alles zugewachsen, vom Wasser kaum noch etwas zu sehen. Dass es jetzt wieder so "aufgeräumt" aussieht, ist einem Förderprogramm der Europäischen Union zu verdanken. Das Geld für die Sanierung solcher Kleingewässer kommt aus Brüssel.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte das landwirtschaftliche Unternehmen erfahren, dass nur noch bis zum 31. Dezember 2012 die Möglichkeit besteht, für dieses Programm Anträge zu stellen. Also erarbeiteten die Schependorfer mit einem Ingenieurbüro aus Güstrow ein entsprechendes Konzept und stellten den Fördermittelantrag. Der beinhaltet nicht nur das Kleingewässer bei Baumgarten, sondern auch fünf weitere so genannte Sölle auf Acker- und Weideflächen der GbR bei Laase. Viele waren über die Jahre verschlammt. Nun wurden sie von einem Unternehmen aus Eickhof saniert.

"Die Gewässer wurden entschlammt und wieder vertieft. Die Ufer neu geformt. Wir haben auch bewusst Feldsteine in den Söllen belassen. So finden auch Kleintiere wie z.B. Frösche, Schlangen und Eidechsen einen natürlichen Lebensraum", erklärt Günter Wegner, einer der Gesellschafter der GbR. Nun füllen sich die Kleingewässer wieder langsam mit Wasser.

Die Sanierung erfolgte so, dass nach Möglichkeit immer ein gleichbleibend hoher Wasserspiegel gehalten werden kann. "Die sanierten Sölle sind einfach gut für die Wasserregulierung auf den Wiesen- und Ackerflächen", sagt Wegner. Immerhin rund 30 Prozent der gesamten Fläche des Unternehmens seien Grünland.

Rund 30 000 Euro aus dem EU-Fördertopf hat das Unternehmen über das Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Rostock (StALUM) für die Sanierung der sechs Sölle erhalten. Die Landesbehörde hat die Sölle mittlerweile abgenommen und für gut befunden.

Auch in den beiden kommenden Jahren fließen noch einmal jeweils rund 400 000 Euro für solche Vorhaben in die Region. In diesem Jahr hatten 15 Betriebe eine Fördermittelzusage bekommen. Auch für das kommende Jahr stehen die Firmen bereits fest, die auf das Geld aus Brüssel hoffen können. Das soll helfen, gesetzlich geschützte Biotope zu erhalten und somit den Lebensraum seltener Tierarten, z. B. die Rotbauchunke und den Kammmolch, zu erhalten und zu verbessern, erklärte Dr. Peter, Dezernent in der Landesbehörde, im Sommer gegenüber SVZ. Das sei Bestandteil der entsprechenden FFH-Richtlinien für Flora-Fauna-Habitus-Gebiete. Aus dem Bützower Raum haben auch Betriebe aus Bernitt, Jabelitz und Selow in diesem Jahr Fördermittel bekommen. "Ich würde auch sofort wieder zugreifen, wenn ich die Möglichkeit hätte. Vielleicht wieder ab 2016", sagt Günter Wegner.

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