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Lokales

24. Oktober 2017 | 04:25 Uhr

Brüeler Fischtreppe funktioniert nicht

vom

svz.de von
erstellt am 20.Aug.2010 | 07:38 Uhr

Brüel | Der neu gebaute Fischaufstieg an der Brüeler Mühle funktioniert nur bei Niedrigwasser. Deshalb sind Korrekturen nötig. Der Wasser- und Bodenverband Obere Warnow hat die Umbauten ausgeschrieben. Firmenangebote liegen vor. Jetzt muss der Vorstand entscheiden, ob und welches Angebot er annimmt, erklärte gestern Andrea Döring, Geschäftsführerin des in Warin ansässigen Verbands.

Vorgesehen ist, in das Überfallwehr einen Schlitz einzubringen, erklärte Döring. Darin soll ein bewegliches Wehr montiert werden, das bei höherem Wasserstand geöffnet werden kann. Dadurch wird der daneben liegende Borstenfischpass entlastet. Das Wasser durch ihn fließt nicht mehr so schnell. Außerdem soll die Konstruktion durch zusätzliche Borsten verbessert werden.

Durch die geringere Fließgeschwindigkeit soll endlich das ermöglicht werden, wozu an der Brüeler Mühle investiert wurde: Dass die Fische wieder flussaufwärts zu den Laichgebieten schwimmen können. Das verhinderten in den letzten Jahrzehnten mehrere Barrieren an den Bächen, die nach und nach abgebaut werden. So wurde im Brüeler Bach in Höhe der Eisenbahnlinie eine Fischtreppe installiert. Sobald der Fischpass an der Mühle funktioniert, ist der Wasserlauf von der Warnow bis zum Tempziner Wehr für die Schwanzflosser passierbar.

Bereits unmittelbar nach der Inbetriebnahme des Borstenfischpasses in Brüel hatten Angler kritisiert, dass die Konstruktion nicht funktioniert (SVZ berichtete).

Bei der Planung hatte das Ingenieurbüro nach älteren Berechnungsgrundlagen gearbeitet, die laut Döring vom Erfinder des Borstenfischpasses bereit gestellt worden waren. Mittlerweile wurden neuere Berechnungen einbezogen.

Außerdem fließt mehr Wasser durch Brüel als bei den Planungen angenommen. Das staatliche Umweltamt in Lübz hatte laut Döring Werte gemeldet, die offenbar nicht mit der Praxis überein stimmten. Am Penny-Markt in Brüel wurde nur über drei Jahre an einem Pegel der Wasserstand abgelesen. Langjährige Messungen an einem anderen Pegel waren nicht so aussagefähig.

Ohne weitere Investitionen in den Fischpass droht die Rückzahlung von Fördermitteln, erklärt Andrea Döring.

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