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Lokales

20. November 2017 | 03:29 Uhr

Brüeler beklagen Ärger mit Jobcenter

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2011 | 06:23 Uhr

Sternberg/Brüel | "Ich habe kein Geld fürs Essen, für die Miete, für die Autoversicherung", klagt Jens Daubner. Der junge Mann aus Brüel beschwerte sich am Mittwoch bei der SVZ darüber, wie er im Jobcenter in Sternberg behandelt wird. Und dass er bis dahin nicht einmal einen Vorschuss von der Behörde erhalten hat, um zu überleben.

"Wir müssen ihn mit durchziehen", sagt der Brüeler David Andrä. Seine Mutter ist auch die Vermieterin von Jens Daubner. Weil der bisher die Miete schuldig bleiben musste, begleitete er ihn zum Jobcenter. Andrä, selbst Hartz-IV-Empfänger, hat sich nach eigenen Worten selbst schon oft über das Jobcenter geärgert. "Die vertrösten einen: Kommen sie morgen wieder."

Jens Daubner berichtet, dass er seit November arbeitslos ist. Anfang Januar hat er den Antrag auf Unterstützung bei der früheren Arge, heute Jobcenter, gestellt. Doch bis Mittwoch hatte er nicht einmal einen Vorschuss von 50 Euro oder einen Lebensmittelgutschein. Die Behörde bestand darauf, dass er zunächst Unterlagen einreichen muss, die er aber gar nicht so schnell bekomme, berichtete er. Dabei gehe es um eine Bescheinigung seines früheren Arbeitgebers und um Kontoauszüge der Sparkasse für die vergangenen drei Monate. Da er sie selbst nicht mehr besitzt, wie Daubner erklärt, muss er sie neu anfordern. Pro Auszug kostet ihn das 7,50 Euro, sagt er. Geld, dass er gar nicht besitzt.

SVZ konfronierte am Mittwoch das Jobcenter in Parchim mit den Vorwürfen. Am gestrigen Donnerstag äußerte sich dazu der Geschäftsführer der Behörde Matthias Bonack: Als Problem in dem Fall des Brüelers sieht der Behördenchef ein "fehlendes Mitwirken des Kunden". Das Jobcenter könne keine Leistung ohne Antrag ausgeben. Und die Betroffenen müssten nachweisen, dass eine Notlage besteht. Die Behörde warte auf die Belege. Seine Mitarbeiter kennen jetzt den früheren Arbeitgeber und wollen sich zur Prüfung des Anspruchs auch direkt mit dem einstigen Chef in Verbindung setzen.

Die Behörde hat dem Brüeler jetzt finanziell unter die Arme gegriffen. Jens Daubner habe gestern einen Vorschuss von 200 Euro erhalten, erfuhr SVZ von Matthias Bonack.

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