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Lokales

20. September 2017 | 22:17 Uhr

Brücken-Freigabe erteilt

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erstellt am 01.Jul.2011 | 07:07 Uhr

Warnemünde | Acht Wochen nach dem Sanierungsstart ist die Bahnhofsbrücke nun wieder für den Fußgängerverkehr freigegeben worden. "Pünktlich zum Beginn der Warnemünder Woche", sagt Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Während des siebentägigen Festes werden weit mehr als 20 000 Besucher am Tag die Überführung des Alten Stroms passieren. Dafür mussten die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen sein, sonst hätte wegen der Sperrung des mittleren Streifens ein Fußgängerstau gedroht. "Während der Bauzeit sollen sie an den Wochenenden schon bis zu zehn Minuten gestanden haben", sagt Zimmermeister Olaf Jantzen von der Zimmerei Blum GmbH.

Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen die knapp 220 Eichenbohlen ausgewechselt - echte Knochenarbeit, bei einem Gewicht von 120 Kilogramm pro Bohle. Das Holz musste per Hand vom Laster auf die Brücke transportiert und ausgerichtet werden. Anschließend wurden die Bohlen mithilfe von rund 4800 Schrauben befestigt. "Das war eine spannende Angelegenheit", sagt Jantzen. Mit dem Ergebnis ist er sehr zufrieden: "Zuerst war ich wegen der vielen Schrauben skeptisch, aber das sieht richtig gut aus."

Restarbeiten zum Korrosionsschutz

Bis das technische Denkmal rundum erneuert ist, rechnet Tiefbauamtschef Heiko Tiburtius mit weiteren acht Wochen Bauzeit. Ende August sollen die Restarbeiten zum Korrosionsschutz im Inneren der Brücke und der Wechsel des Bootsanprall-Schutzes abgeschlossen sein. Dann kann auch das Brückendrehen nachgeholt werden, das zum Saisonauftakt ausfallen musste. "Das haben wir dem Warnemünde Verein beim Start der Arbeiten zugesichert", so Tiburtius. Während der Warnemünder Woche ruhen die Handwerker allerdings.

Weil die Rost-Schäden deutlich größer waren als angenommen, sind die Kosten der Sanierung auf 260 000 Euro angestiegen. Ursprünglich waren etwa 225 000 Euro veranschlagt. Dazu hat auch beigetragen, dass die Bohlen nicht wie zunächst geplant in der Brückenmitte geteilt, sondern jeweils in einem Stück verlegt wurden. "Das Provisorium für die Umgehung hat uns noch mal ein paar tausend Euro gekostet", sagt Tiburtius. Dafür gleiche die Brücke nun dem historischen Vorbild von 1903, als das 80 Tonnen schwere und 42 Meter lange Bauwerk eingeweiht wurde. Bis zur nächsten Sanierung sollen nun 10 bis 20 Jahre vergehen. "Vielleicht noch zehn Jahre mehr, dank des sehr guten Holzes aus der Rostocker Heide", sagt Senator Matthäus.

Die Eichen wurden vor eineinhalb Jahren im Stadtforst geschlagen und anschließend im Sägewerk Franzburg geschnitten. "Das ist das erste Mal überhaupt, dass wir so mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten", sagt Sven Ahrens, der die Holzvermarktung des Stadtforstes koordiniert und als Revierleiter in Wiethagen tätig ist. Das sei verwunderlich, weil die Stadt die 6000 Hektar ursprünglich genau für diesen Zweck gekauft habe. In Zukunft will Matthäus die Zusammenarbeit möglichst wieder intensivieren: "Um die kommunalen Wirtschaftskreisläufe zu stärken, liegt nichts näher." Schon die Lärche, die im vergangenen Jahr für die Gehwege zu beiden Seiten der Eisendrehbrücke verbaut wurde, stammt aus dem Stadtforst. Dessen Holz ist seit 2000 mit dem FSC-Zertifikat für vorbildliche, ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung versehen.

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