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Lokales

18. November 2017 | 00:21 Uhr

Brücke im Zeichen der Gemeinschaft

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erstellt am 03.Okt.2010 | 05:45 Uhr

Kneese/Kittlitz | Zunächst hat es Petrus mit den Bürgern aus Kneese, Kittlitz und Dutzow gut gemeint an diesem historischen Tag - mit ein paar blauen Flecken am Himmel zur Unterstützung konnte Kneeses Bürgermeister Hans-Jürgen Hoffmann das diesjährige "Brückenfest" auf der Festwiese in Rosenhagen eröffnen. Wieder einmal waren schon zu Beginn der Feierlichkeit zahlreich Bürgerinnen und Bürger zur Feier gekommen. Die Festzelte waren prall gefüllt. Als Pastor Wolfgang Rogge aus Ziethen mit der Predigt zum Erntedankfest begann, lauschten alle ganz gespannt. Bereits zum dritten Mal haben die Kneeser, Kittlitzer und Dutzower ihr traditionelles Brückenfest mit einem Erntedankgottesdienst verbunden. "Wir feiern heute bereits zum 21. Mal. Das Brückenfest zeigt, dass wir die Brücke gemeinsam damals aufgebaut haben", sagt Kittlitz Bürgermeisterin Barbara Eggert. Gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Hans-Jürgen Hoffmann aus Kneese freut sich die Bürgermeisterin über den großen Besucherandrang. "Wir wissen, dass die Menschen aus der Umgebung es schätzen, dass die Grenze wieder geöffnet ist", sagt Hoffmann. Sein Wunsch ist es auch, dass niemand vergisst, was in der Vergangenheit gewesen ist.

In seiner Predigt zum Erntedankfest will Pastor Wolfgang Rogge nicht nur Gott für die Erntegaben danken, sondern auch dafür, dass die Menschen aus Ost- und Westdeutschland wieder vereint sind. Jedes Jahr kommen mehrere hundert Menschen - Menschen, die sich zum Teil gar nicht kennen. So auch das Ehepaar Kaminsky aus Schwerin. "Ich finde es schön, dass sich Ost und West hier seit so vielen Jahren treffen und zusammen feiern können", sagt Ursula Kaminsky. Sie komme mit ihrem Mann Eduard jedes Jahr hierher, obwohl sie niemanden kennen. Aber genau darum geht es den Organisatoren des Festes. Viel Programmpunkte gibt es nicht. Im Hintergrund spielt traditionell die Feuerwehrmusikkapelle Tramm. "Uns ist es wichtig, dass sich die Menschen hier treffen und sich austauschen", sagt Barbara Eggert. Und so hat sich das traditionelle Brückenfest mit den Jahren auch zu einem traditionellen "Klönschnack" entwickelt.

Neben warmen und kalten Getränken haben die Feuerwehren aus Kneese und Kittlitz auch einen Grill organisiert, an dem sich die Gäste eine Bratwurst frisch vom Grill holen konnten. Nach einigen Stunden Klönschnack startete der Festumzug gegen Mittag. Traditionell schritt die Feuerwehrkapelle über die Brücke voran und Kneeser, Kittlitzer und Dutzower strömten hinterher.

Als im November 1989 die Mauer gefallen war, haben sich die Bürger aus den Nachbargemeinden zusammen getan und eine provisorische Brücke gebaut. Noch vor dem 3. Oktober 1990 haben die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus Kneese und Kittlitz die provisorische Brücke aus Leitern bestehend fertig gehabt. Seit mehr als 20 Jahren besteht diese Brücke, mittlerweile aus festen Untergrund und Stein. Auch die Verbundenheit zwischen den Gemeinden scheint fest in Stein gemeißelt zu sein.

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