Braunbär Frode schießt den Vogel ab

<strong>Bär Frode</strong> wusste davon nichts - und quetschte sich durch die kleinere Wolfsluke, ein Schreck  für Petra Koppe. <fotos>Hoppe</fotos>
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Bär Frode wusste davon nichts - und quetschte sich durch die kleinere Wolfsluke, ein Schreck für Petra Koppe. Hoppe

svz.de von
09. Juli 2010, 08:41 Uhr

Güstrow | Falls es noch eines Beweises dafür bedurfte, dass Tiere eben Tiere bleiben - Bär Frode hat ihn jetzt geliefert. Er konnte ja nicht wissen, was die Mitarbeiter des Natur- und Umweltparks mit ihrer "komischen" Aktion vorhatten. Zum ersten Mal haben sie einen Zaun innerhalb der Raubtier-WG geöffnet, jenen, der Fred und Frode von den Wölfen trennt. Ganz genau hat das Team um Leiter Klaus Tuscher die Wolfsklappe geöffnet, den Maßen der Wölfe angepasst. Ein Wolf passierte auch die Luke, aber nicht nur er. Irgendwie muss es Bär Frode geschafft haben, sich durch die Klappe zu quetschen. Ein 300-Kilogramm-Koloss also durch ein Loch von etwa 30 mal 50 Zentimetern! Mitbekommen hat von dieser Aktion zunächst niemand etwas. Am Abend erst, als Petra Koppe "ihre Bären" füttern und einsperren wollte, roch sie den Braten. Denn Fred allein kam angerannt. Lange musste die Tiermeisterin nicht suchen, bald sah sie den eher gleichmütigen Frode auf der anderen Seite des Zaunes und wollte ihren Augen nicht trauen.

Gleich rief sie Klaus Tuscher an, der sich an diverse Fabeln erinnert fühlte, denn Frode - wie sich bald herausstellte - hat sich zwar durch die Wolfsklappe herausgetraut, aber nicht wieder ins Bärengehege hinein. Zum Glück sind im Zaun auch Klappen nach Bären-Din-Norm eingebaut. Nur musste Frode, dessen Magen bereits nach Abendbrot schrie, nur noch durch die Bärenluke gelockt werden. "Das heißt, erstmal mussten wir den Stromzaun vor der Bärenluke abbauen, Strom aus, Strom wieder an, das war eine Rennerei", so Petra Koppe. Mit ein bisschen Honig als Lockmittel fand Frode schließlich die seinen Maßen angepasste Zaunlücke, "und er rannte, so schnell konnten wir gar nicht gucken, sofort runter zu Fred, er wusste ja, da gibts was zu fressen". Eine Aufregung am Abend sei das gewesen, am Ende blieb ein großes Schmunzeln. "Mit allem haben wir gerechnet, aber nicht damit", so Tuscher. "Im Nachhinein ist es lustig", sagt auch Petra Koppe, "aber in dem Moment war mir gar nicht zum Lachen zu Mute". Gefahr bestand nicht, denn auch das angrenzende Wolfsgehege ist bärensicher. Trotzdem bleibe dem Nup nun nichts weiter übrig, als die Wolfsklappen verkleinern zu lassen. Die Raubtier-WG war von vornherein so angelegt, dass auf lange Sicht einzelne Tiergruppen sich nicht nur gegenseitig beschnuppern, sondern auch besuchen können.

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