Brandstiftung im Fokus der Kripo

Der Flammenfront geboten insgesamt 69 Einsatzkräfte aus fünf Feuerwehren Einhalt.  Nahe  Gebäude wurden erfolgreich geschützt. Ralf Drefin
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Der Flammenfront geboten insgesamt 69 Einsatzkräfte aus fünf Feuerwehren Einhalt. Nahe Gebäude wurden erfolgreich geschützt. Ralf Drefin

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07. Februar 2011, 06:11 Uhr

Ludwigslust | Die Kriminalpolizei in Ludwigslust ermittelt aktuell noch in sämtliche Richtungen. Das beinhaltet in diesem Fall auch eine Brandstiftung, durch dessen Folgen dann das Teppichlager abgebrannt sein könnte, informiert die Presseabteilung der Polizeidirektion (PD) Schwerin. Eine Verbindung vom Vollfeuer des Teppichlagers am Rennbahnweg am Sonntag gegen 22.30 Uhr zu den drei Bränden auf dem Gelände der Alten Schlossgärtnerei in der Friedrich-Naumann-Allee zuvor gegen 1 Uhr am gleichen Tag (SVZ berichtete) können die Ermittler der Kripo derzeit noch nicht erkennen. Diese Verknüpfung werde allerdings stetig mit ins Kalkül gezogen, so die Info der PD. Derzeit falle lediglich die Nähe beider Brandorte auf.

Teppichlager brannte in voller Ausdehnung

Für die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Ludwigslust, Techentin, Grabow, Kummer und Hornkaten war es ein ganz besonders "heißer" Einsatztag, weiß Gemeindewehrführer Bodo Thees, der auch den Löscheinsatz am Teppichlager leitete. Das Großfeuer im Lager- und Ausstellungsgebäude hatte dabei eine besondere Brisanz, weil die 69 Feuerwehrleute bei ihrem Eintreffen bereits einem Flammenmeer gegenüberstanden: Das Teppichlager brannte in voller Ausdehnung. Meterhohe Flammen schossen aus dem Inneren weit in die Nacht hinein. Die Hitzeentwicklung erforderte eine umfassende Erkundung, damit die Löschtrupps und -gruppen unbeschadet Wassermengen und Löschschaum effektiv einsetzen konnten. "Es freut jeden Einsatzleiter, wenn hinterher alle Kameraden ohne Blessuren vom Einsatzort wieder abrücken", freute es auch Kreiswehrführer Heiko Dübel, der sich vor Ort über die Löscharbeiten informierte.

Die Feuerwehrleute waren im Verlauf des mehrstündigen Einsatzes gleich mehreren Gefahren ausgesetzt: Das Eternitdach barst unter den Temperaturen wie Glas und messerscharfe Splitter flogen durch die Luft. In den Flammen verbrannten Teppiche und Bodenbeläge, die aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt waren. Dadurch vermischten sich zusätzliche Atemgifte mit dem Brandrauch. Ohne die Ausrüstung mit Atemschutzgeräten wäre auch der Trupp auf der Drehleiter verloren gewesen. Die überall spürbare Hitze hätte den Kameraden zusätzlich körperlich zugesetzt, lobte Einsatzleiter Thees die Einsatzkräfte am gestrigen Tag für ihr stundenlanges Engagement.

Dadurch gelang es auch, dass zwei angrenzende Gebäudekomplexe von den Flammen nicht erreicht werden konnten. In einer dieser Hallen lagerten zudem weitere Teppiche und Ausstattungen für das Wohnen. Dort konnte der Verkauf gestern normal weiter stattfinden. Allerdings schauten mehr Menschen als gewöhnlich auf dem Areal vorbei: Das Interesse an dem Großbrand war groß, viele Schaulustige hatten sogar einen Fotoapparat dabei, nahmen gleich Schnappschüsse mit auf den Nachhauseweg.

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