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Brandstifter endlich gefasst: Staatsanwaltschaft ermittelt

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erstellt am 14.Mär.2011 | 06:06 Uhr

Ludwigslust | Kann die Ludwigsluster Bevölkerung nun endlich wieder aufatmen und ruhiger schlafen? Es scheint so, denn wie Staatsanwalt Stefan Urbanek gestern auf SVZ-Nachfrage informierte, habe die Polizei in der Nacht zu Montag zwei junge Männer im Alter von 21 und 23 Jahren festgenommen, die in dringendem Tatverdacht stünden, Brände gelegt zu haben.

"Die umfangreichen Ermittlungen der Ermittlungsgruppe ,Lewitz der KPI Schwerin haben dazu geführt, dass zwei Tatverdächtige festgenommen werden konnten, denen mehrere Brandstiftungen in der Region zur Last gelegt werden", sagte Urbanek, der auch Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin ist. Es handele sich dabei um einen 21-jährigen Beschuldigten aus Ludwigslust. Er solle Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens Paul Schockemöhle sein, informierte Urbaneck weiter. "Der Beschuldigte wurde am Sonntag, dem 13. März, in der Nacht auf frischer Tat angetroffen und vorläufig festgenommen, als er versuchte, Feuer in der ehemaligen Poliklinik in Ludwigslust zu legen."

Daneben stehe er im dringenden Verdacht, Brände in den Strohmieten auf dem Gelände Paul Schockemöhle in Neustadt-Glewe am 21. Novemver 2010 sowie am 16. Januar dieses Jahres sowie in Ludwigslust, in der Teppichhalle Jumbo am 6. Februar, in der ehemaligen Gehörlosenschule am 12. März sowie in der Orangerie in der Schlossgärtnerei am 6. Februar gelegt zu haben, wobei das Feuer in der Orangerie vor dem Übergreifen auf das Gebäude selbsttätig erlosch. Urbanek: "Der Beschuldigte ist geständig. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat gegen ihn wegen Brandstiftung in sechs Fällen beziehungsweise versuchter Brandstiftung in einem Fall Haftantrag bei dem Amtsgericht Schwerin gestellt. Dem Antrag wurde gestern nachmittag auch stattgegeben. Der entstandene Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen mindestens 700 000 Euro."

Die Untersuchungen der zeitweise 20 Beamte umfassenden Ermittlungsgruppe "Lewitz" hätten schließlich zur Festnahme eines weiteren Verdächtigen geführt, berichtete der Staatsanwalt gestern außerdem. Hierbei handele es sich um einen 23-jährigen Ludwigsluster, der im Verdacht stehe, an den Taten auf dem Gelände Paul Schockemöhle sowie in der Teppichhalle Jumbo beteiligt gewesen zu sein. "Der dringende Tatverdacht hat sich bei ihm jedoch nicht bestätigt, so dass sich der 23-Jährige wieder auf freiem Fuß befindet. Es werden derzeit Ermittlungen angestellt, ob noch weitere Personen für die Brände verantwortlich zu machen sind", erklärte Urbanek abschließend.

"Wir sind froh, dass zwei Tatverdächtige ermittelt wurden. Denn die Einsätze haben doch sehr an unseren Kräften gezehrt", sagte Bodo Thees als Gemeindewehrführer der Stadtfeuerwehr Ludwigslust. Sollte es tatsächlich ein Feuerwehrmann gewesen sein, der seine Kameraden über Monate in Atem gehalten habe, so der Hauptbrandmeister weiter, der 159 Aktive befehligt, seien die Brandlegungen für ihn "besonders unverständlich."

Auch der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach ist froh wie auch erleichtert über den Fahndungserfolg der Ermittlungsbehörden. "Ich habe schon ernsthaft darüber nachgedacht, leerstehende Gebäude der Stadt künftig überwachen zu lassen. Diesen Gedanken muss ich nun zum Glück nicht mehr weiterverfolgen."

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