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Lokales

19. November 2017 | 09:28 Uhr

Brandserie hält Schelfstadt in Atem

vom

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2010 | 10:06 Uhr

Schelfstadt | Zwei Brände in der Schelfstadt innerhalb von nur 15 Stunden halten Polizei und Anwohner in Atem. Am Dienstagabend gegen 21.40 Uhr brach ein Feuer im Konservatorium in der Puschkinstraße aus, am Mittwochvormittag dann in der Schelfkirche. In beiden Fällen geht die Polizei vorläufig von Brandstiftung aus. Und sie zieht auch eine Verbindung zu ungelösten Fällen aus dem Mai dieses Jahres: Damals brannte es auch schon einmal in der Schelfkirche. Genau wie dieses Mal begann das Feuer auf der Altardecke und wurde von beherzten Bürgern rechtzeitig entdeckt und gelöscht.

Der erste Fall aus der Nacht:
Im Sanitärtrakt und in der Küche des Konservatoriums begann es gegen 21.40 Uhr zu brennen. Zu dieser Zeit hatte die Musikschule in der Puschkinstraße bereits geschlossen, Lehrer und Mitarbeiter waren zu Hause, so eine Angestellte des Konservatoriums. Da das Gebäude allerdings mit Rauchmeldern ausgestattet sei, schlugen diese schnell an, so dass die Feuerwehr rasch vor Ort war und löschen konnte. Personen wurden nicht verletzt, auch den zum Teil wertvollen Instrumenten ist nichts passiert. Einige Räume seien wegen der Rauchentwicklung vorübergehend geschlossen worden, ansonsten habe man Glück im Unglück gehabt.

Der Brand im Konservatorium hat nach ersten Schätzungen einen Schaden von rund 4000 Euro verursacht. Einbruchsspuren hat es nach SVZ-Recherchen übrigens nicht gegeben.

Der zweite Fall am Vormittag:
Gegen 11.20 Uhr betrat eine Gemeindemitarbeiterin die Schelfkirche. Auf dem Weg in den Altarraum kam ihr ein dunkel gekleideter Mann entgegen, der die Kirche verließ. Welche Rolle dieser Unbekannte spielt, ist für die Polizei allerdings noch völlig offen. Denn erst nachdem er draußen war, entdeckte die Gemeindemitarbeiterin, dass die Altardecke brannte. "Die Frau riss geistesgegenwärtig die brennende Altardecke herunter und trug diese ins Freie. Dort gelang es ihr die Flammen zu ersticken", erklärt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. "Noch wissen wir aber nicht, ob der Mann sie angezündet hat und ob er es vorsätzlich oder fahrlässig getan hat." Die Kripo bittet deshalb nicht nur weitere Zeugen, sondern auch diesen letzten Besucher, sich bei ihr zu melden: Telefon 0385-20700. Die Gemeindemitarbeiterin beschreibt ihn als Mitte 40 und zirka 1,60 Meter groß. Er habe einen auffälligen Gehfehler gehabt und den Schelfmarkt mit dem Fahrrad verlassen.

Ob es zwischen beiden Fällen einen Zusammenhang gibt, kann die Polizei noch nicht sagen. "Die Begehungsweisen sind sehr unterschiedlich", so Klaus Wiechmann. Auffällige Parallelen gäbe es allerdings zwischen den Bränden im Mai und gestern in der Schelfkirche.

Ende Mai hatte es an wenigen aufein anderfolgenden Tagen gleich sechs Feuer in Schwerin gegeben, die meisten davon in der Schelfstadt: Papiercontainer am Schweinemarkt und in der Apothekerstraße waren angezündet worden, ein Holzschuppen am Bürgermeister-Bade-Platz sowie ein Papierstapel in einem Hausflur in der Clara-Zetkin-Straße brannten - und auch die Altardecke in der Schelfkirche stand im Mai in Flammen. Der oder die Täter konnten bis heute nicht ermittelt werden.

Für die Öffnung und die Gestaltung der Kirchen werde dieser dramatische Vorfall allerdings keine Konsequenzen haben, so Oberkirchenrat Andreas Flade: "Wir werden keine neuen Maßnahmen veranlassen." Die Kirchentüren bleiben tagsüber also nach wie vor offen und auch Kerzen und Schmuck seien weiterhin fester Bestandteil der Gotteshäuser. "So ein Brand lässt sich nie wirklich verhindern", sagt Flade. "Wir müssen mit solchen Dingen leben, versuchen unsere Kirchen aber immer im Blick zu behalten. Viele freiwillige und ehrenamtliche Mitarbeiter helfen uns dabei."

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