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Schwerin: Investoren planen ganzjährige Feriennutzung : Brandruine "Fähre" soll verschwinden

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Fast 20 Jahre nach dem Feuer in der Diskothek "Schwalbennest" in Schwerin Mueß gibt es neue Hoffnung, dass der Schandfleck nun verschwindet. Zwei Unternehmer wollen hier eine Ferienanlage errichten.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2013 | 10:30 Uhr

Fast 20 Jahre nach dem verheerenden Feuer in der damaligen Diskothek "Schwalbennest" in Mueß gibt es neue Hoffnung, dass der alte Schandfleck im Eingangsbereich der Landeshauptstadt verschwindet. Zwei Schweriner Unternehmer wollen anstelle der Brandruine eine Ferienanlage errichten und auch die Anlegestelle der Weißen Flotte wiederbeleben. Um im Einklang mit der Natur zu investieren, stehen die Beiden angesichts des sensiblen Uferbereiches von Anfang an in engem Kontakt mit dem städtischen Amt für Wirtschaft und Liegenschaften und haben ebenfalls den Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in die Planungen mit einbezogen.

"Wenn die Investoren ihr Konzept fertig haben, werden wir uns erneut gemeinsam an einen Tisch setzen und zuerst die Grundstücksfragen klären", berichtet Stefan Schlick, Abteilungsleiter Liegenschaften in der Schweriner Baubehörde. Denn das großflächige Areal, zu dem auch zwei Parkplätze gehören, befindet sich in Privat-, städtischem und Bundesbesitz.

"Wir planen eine ganzjährig nutzbare Ferienanlage mit mehreren Mobilheimen", sagt Carsten Rönndahl, Geschäftsführer der Firma Immo-Konzepte. Ein Mobilheim, auch "mobile home", ist transportabel und hat eine Inneneinrichtung, die mit einer Wohnung vergleichbar ist. Es ist eine Art vergrößerter Wohnwagen, der allerdings nur per Tieflader bewegt werden kann. In Mueß sollen nach bisherigen Planungen die Mobilheime auf so genannten Punktfundamenten stehen und den Feriengästen besten Service und Komplettversorgung bieten. Am italienischen Gardasee, in Holland, in Frankreich und inzwischen auch schon auf Rügen erfreuen sich Mobilheime auf Campingplätzen bereits großer Beliebtheit. In Mueß könnten zudem ein öffentlicher Grillplatz und eine kleine Gastronomie das Angebot ergänzen. Ideen, die bei der Stadt durchaus auf offene Ohren stoßen. "Wir wollen hier nur eine zurückhaltende Nutzung", erklärt Stefan Schlick.

Doch allzu schnell wird der Schandfleck nicht verschwinden. "Da es sich um einen Außenbereich handelt, muss die Fläche über einen Bebauungsplan entwickelt werden", erklärt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Angesichts des in der Nachbarschaft in den Jahren gewachsenen Biotops und des Naturschutzgebietes gäbe es keine Sondernutzungsgenehmigungen.

Die Gaststätte "Zur Fähre" an der Alten Crivitzer Landstraße gehörte zu den Fuhrmannskrügen, deren Wirte früher vermutlich Fährleute und später Brückenwärter waren. An der 1331 erstmals urkundlich erwähnten Fähre über die Stör entstand Ende des 19. Jahrhunderts das Ausflugslokal. Das Gartenrestaurant am Wasser und die gute Küche sorgten für viele Gäste. Um 1900 legten die ersten Personendampfschiffe auf dem Schweriner See an der "Fähre" an. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Saal beschädigt. 1968 verschwand die Drehbrücke über der Stör. Eine neue Chaussee und eine massive Brücke entstanden. Der Gasthof lag dadurch fortan etwas abseits. 1982 wurde das Gebäude abgerissen, und im Juni 1985 öffnete eine neue "Fähre" am alten Standort mit 120 Plätzen im Biergarten. Sie war 1993 abgebrannt.

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