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Brandenburgs teure Suche nach Weltkriegsspuren

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Potsdam | Brandenburg hat ein besonders großes Problem mit Kampfmitteln aus den Weltkriegen: Das Land hat die meisten belasteten Flächen in Deutschland. 370 000 Hektar sind in der Mark mit Bomben, Munition und Granaten verseucht. Über zu wenig Arbeit können die 68 Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes nicht klagen. Fast 600 Tonnen bergen sie Jahr für Jahr. So viel wie kaum irgendwo sonst noch.

Rund um Potsdam, Brandenburg/Havel und Neuruppin werden sie besonders oft fündig. Allein in Oranienburg wurden in den vergangenen 20 Jahren 162 Großbomben gefunden. Möglicherweise steht die Stadt im Frühjahr vor einer Herausforderung sondergleichen. Ein Bodengutachten muss bis dahin klären, ob sogar zwei Bomben übereinander liegen. Das wäre ein Novum in Deutschland und für die Sprengmeister eine besonders heikle und gefährliche Angelegenheit. Die Spuren der Weltkriege ziehen sich quer durchs Land. Südlich von Berlin ist der ehemalige Kessel von Halbe. Das Gebiet ist rund 30 000 Hektar groß. Hier liegen viele Kampfmittel. Auch die gesamte Oder-Neiße-Linie zählt zu den prekären Regionen ebenso wie der Landkreis Märkisch-Oderland. Die Entsorgung ist nicht nur gefährlich, sondern auch teuer. Jedes Jahr zahlt Brandenburg vier Millionen Euro allein für die Suche, Freilegung und Vernichtung alliierter Munition. Denn als Rechtsnachfolgerin des Deutschen Reiches zahlt die Bundesregierung lediglich für reichseigene Munition.

Das soll sich nach dem Willen der Landesregierung aber ändern. Gemeinsam mit Niedersachsen, das in dieser Hinsicht ähnlich gebeutelt ist wie Brandenburg, wurde eine Initiative in den Bundesrat eingebracht. Demnach soll sich die Bundesregierung auch an der Entsorgung der alliierten Munition beteiligen. Für Brandenburg würde das eine erhebliche finanzielle Entlastung bedeuten. Denn rund die Hälfte aller Funde stammen von den Alliierten und später der Sowjetunion.

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erstellt am 16.Dez.2011 | 12:08 Uhr

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