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Profiboxer beim Berufungsprozess vorm Schweriner Landgericht : Brähmer beteuert Unschuld

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Profiboxer Jürgen Brähmer ließ am gestrigen Mittwoch zu Beginn seiner Berufungsverhandlung vor dem Schweriner Landgericht keinen Zweifel aufkommen: Er will als Sieger aus dem juristischen Kampf hervorgehen.

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erstellt am 09.Mär.2011 | 10:06 Uhr

Schwerin | Profiboxer Jürgen Brähmer ließ gestern zu Beginn seiner Berufungsverhandlung vor dem Schweriner Landgericht keinen Zweifel aufkommen: Er will als Sieger aus dem juristischen Kampf hervorgehen. In einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung machte der 32-jährige WBO-Weltmeister deutlich, dass er sich zu Unrecht angeklagt fühlt und freigesprochen werden will. In erster Instanz war der Halbschwergewichtler vor mehr als einem Jahr zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Wegen Körperverletzung und Beleidigung soll er 16 Monate in Haft. Dagegen legte er Berufung ein. Auch die Staatsanwaltschaft hat das Urteil angefochten.

Brähmer soll im September 2008 eine Frau in einer Schweriner Diskothek beschimpft und ihr mit dem Handrücken ins Gesicht geschlagen haben. Im Mai des gleichen Jahres soll er in einer Bar auf einen Mann eingeschlagen haben. Beide hatten Verletzungen aktenkundig gemacht. Das Urteil des Amtsgerichtes hatte sich vor allem auf Aussagen der beiden Hauptbelastungszeugen, aber auch auf Angaben von Ärzten gestützt. Die medizinischen Gutachten über die Verletzungen der Frau - Nebenklägerin im Prozess - widersprachen sich jedoch teilweise. Das wird nun im Laufe der neuen Verhandlung thematisiert.

Vor allem aber wird es um die Glaubwürdigkeit der Zeugen gehen. Der "Be- und Entlastungszeugen", wie Staatsanwalt Michael Gerlinger betont. Brähmers Verteidiger, die Rechtsanwälte Johannes Eisenberg und Stefan König, konzentrieren sich naturgemäß auf die beiden mutmaßlichen Opfer, die Ende März zu Wort kommen sollen. Nach privaten Ermittlungen seien bei der Frau eine Reihe von Betrügereien zutage getreten, sagen sie. Deshalb hätten sie schon im Sommer Strafanzeige gegen die Zeugin gestellt. Damit die Ergebnisse der staatsanwaltlichen Ermittlungen im Brähmer-Prozess genutzt werden können, solle die Hauptverhandlung nun erst einmal ausgesetzt und später neu terminiert werden, forderten sie. Was für den Box-Champion einen wertvollen Nebeneffekt hätte: Er könnte sich ganz auf die Vorbereitungen zu seinem Titelverteidigungskampf am 21. Mai in London konzentrieren.

Das Gericht will die Entscheidung über eine eventuelle Aussetzung am Montag verkünden. Wahrscheinlich aber wird der Prozess weitergehen, anscheinend aber mit mehr als sieben Verhandlungstagen.

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