Song-Contest „Come together“ : Boizenburg suchte den Superstar

Pelloton ist seit sieben Jahren Bestandteil der Boizenburger Musiklandschaft und liefert zuverlässig hörenswerten Akustikpop.  Fotos: C. Göpel
1 von 2
Pelloton ist seit sieben Jahren Bestandteil der Boizenburger Musiklandschaft und liefert zuverlässig hörenswerten Akustikpop. Fotos: C. Göpel

BSDS: Beim Song-Contest auf dem Kulturschiff „Minna“ nahmen am Sonnabend 45 Musiker quer durch alle Altersklassen teil

svz.de von
01. Juni 2016, 12:00 Uhr

Der Dieter Bohlen Boizenburgs heißt Carsten Willers. Im Gegensatz zu seinem schillernden Vorbild ist er aber freundlich zu allen Musikern, die sich auf die Bühne seiner Veranstaltungen wagen. Beim Song-Contest „Come together“ am Sonnabend auf dem Kulturschiff Minna waren das immerhin 45 Musiker jeden Alters, die in vier Bands und einem Chor auftraten. Aufgabe der Hobbymusiker war es, zwei Songs aus dem Album „Abbey Road“ von den Beatles auf ihre Weise zu interpretieren. Dafür hatten sie zuvor drei Monate Zeit.

So ganz hat das nicht bei allen Bands geklappt. „Pelloton und Beatless konnten sich nur auf einen Beatles-Song vorbereiten“, erklärte Carsten Willers. „Das hat uns gezeigt, dass drei Monate für die Vorbereitung zu kurz sind.“ Statt des zweiten Songs der Pilzköpfe spielten die beiden Bands zur Freude des zahlreich erschienenen Publikums noch Lieder aus ihrem eigenen Repertoire.
Bei der gerade gegründeten Jugendband Beatless waren das zwar nur zwei und die sieben Schüler des Elbe-Gymnasiums trauten sich zunächst auch gar nicht, sie öffentlich zu präsentieren. Doch dann wurden sie vom Publikum überredet und mit viel Beifall belohnt. „Die Band hat eine Zukunft“, ist sich Carsten Willers sicher.

Wenn sich für den Song-Contest auch nur weniger Bands gemeldet hatten, als er und der organisierende Kino-Klub sich gewünscht haben - immerhin hat das „Come together“ die Gründung einer Band erreicht. Denn Beatless hat sich extra für den Song-Contest zusammen gefunden.

„Die Schüler sind auf mich zugekommen und haben mich gebeten, sie als Coach zu betreuen“, berichtete Stefan Barg, der seit sieben Jahren Rhytmusmacher der Boizenburger Band Pelloton ist. „Die vier Mädchen und drei Jungen waren total engagiert und haben sich beispielsweise die Satzgesänge selbst raus gesucht. Ich musste gar nicht viel machen.“

Die Teenager sind zwischen 13 und 17 Jahre jung und haben zum Teil schon in anderen Bands gespielt. Zehntklässlerin Paula ist für Gesang und Leadgitarre verantwortlich, Luzie und Emilia singen ebenfalls, Emilia spielt dazu E-Gitarre. Stefan sitzt am Schlagzeug, Paul spielt Bass und mit Johann gibt es in der Formation sogar einen Stargeiger.

„Beatless will als Band auch nach dem Contest am Sonnabend weitermachen“, verriet Stefan Barg noch.

Ein Sieger wurde am Sonnabend nicht gekürt.

„Wir haben kurzerhand alle ausgezeichnet, weil sie so toll waren“, meinte Carsten Willers. „Sie haben Gutscheine für ein Online-Musikhaus oder Theaterkarten bekommen.“

Ihm persönlich hätten die 15 Musiker der Band Step by Step vom Lebenshilfewerk Mölln/Hagenow am allerbesten gefallen. „Das ist immer wieder beeindruckend, was die machen.“

Neu-Boizenburgerin Bärbel Rautenberg fand: „Herausragend waren die Bengerstorfer Kultbarden von Pelloton mit ihrer sehr eigenwilligen deutschen Nachdichtung von „Maxwell's Silver Hammer“ - das war echtes Theater!“ Sie beeindruckte, dass die Künstler-Riege mehrere Generationen umfasste und dass keiner der anspruchsvollen Titel einfach nur nachgesungen, sondern auf individuelle Art gestaltet wurde.

Außer den bisher Genannten nahmen noch das Gitarren-Duo Harald & Christian sowie der 20-Mann-Chor Minna Vocale teil.

„Wir wollen das auf jeden Fall wiederholen“, so Willers. „Das war hier so eine gute Stimmung, auch in den langen Umbaupausen.“

In den nächsten drei Jahren soll es alle sechs Monate einen Song-Contest geben. Als nächstes heißt es Ende Oktober wieder: Boizenburg sucht den Superstar.

Katja Frick

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen