Bluttat in Rostock: Mann ersticht zwei Menschen

Der Täter: In einer Decke bringen Beamte den gestoppten Messerstecher zur medizinischen Versorgung. Ein Schuss in den Oberschenkel hat ihn Minuten zuvor gestoppt.
3 von 3
Der Täter: In einer Decke bringen Beamte den gestoppten Messerstecher zur medizinischen Versorgung. Ein Schuss in den Oberschenkel hat ihn Minuten zuvor gestoppt.

von
15. Februar 2010, 05:20 Uhr

Rostock | Amoklauf im Rostocker Stadtteil Groß Klein. Ein offenbar psychisch Kranker hat gestern eine Frau und einen Mann mit einem Küchenmesser getötet. Außerdem verletzte der 51-Jährige einen Polizisten mit Stichen in den Brustkorb lebensgefährlich. Polizeibeamte stoppten den Mann mit Schüssen in den Oberschenkel.

Gestern kurz nach 14 Uhr. Ein beschaulicher Winternachmittag in Groß Klein. Schlagartig ändert sich die Situation, als ein anscheinend psychisch kranker Mann mit einem Küchenmesser bewaffnet von seinem Hochparterre-Balkon im Haus Kleiner Warnowdamm 31 auf den Gehweg springt.

Er greift einen Passanten mit seinem gut 15 Zentimeter langen Küchenmesser an und sticht ihn nieder. Augenzeugen schätzen das Alter des Messerstechers etwa 60 Jahre.

Nach seiner Bluttat verschwindet der Verwirrte zunächst. Als eine Passantin dem stark blutenden, am Boden liegenden Mann zu Hilfe eilt, geschieht Unglaubliches: Der Amokläufer kommt durch den Schnee zum Tatort zurückgelaufen und attackiert die etwa 60 Jahre alte Helferin.

Laut Oberstaatsanwalt Peter Lückemann setzt sich der Mörder auf die Frau und sticht "wie besessen auf sie ein". Beide Opfer schreien in ihrer Todesangst laut um Hilfe - vergebens. Augenzeugen hätten, so der Staatsanwalt, nicht eingegriffen, sondern die Polizei alarmiert, die jedoch wenig später am Tatort eintreffen.

Wie von Sinnen setzt der 51-Jährige seinen Amoklauf fort. Er springt über das Balkongeländer seiner Wohnung im Hochparterre hinaus, läuft auf die Polizisten zu und rammt einem der Beamten das Messer in den Oberkörper. Daraufhin gibt ein zweiter Beamter zwei Warnschüsse ab. Doch der Täter ist nicht zu bändigen. Erst mit einem Schuss in den Oberschenkel kann er zur Strecke gebracht und festgenommen werden. Inzwischen befindet er sich unter Bewachung in einem Rostocker Krankenhaus.

Trotz schneller medizinischer Versorgung erliegt die Frau noch am Tatort ihren Verletzungen. Beim ersten Opfer gibt es zunächst noch Hoffnung, doch auf dem Weg ins Krankenhaus stirbt auch der Mann. Lebensgefährlich sind die Folgen für den vom Messerstecher im Brustkorb getroffenen Polizisten. Er liegt momentan im Krankenhaus. Über die Identität der beiden Opfer des Amokläufers ist bislang noch nichts bekannt. Sie sollen aber in keiner Beziehung zum Messerstecher stehen. "Es waren völlig unbehelligte Passanten", so Lückemann.

Nach der tödlichen Messerattacke auf zwei Passanten hat das Rostocker Amtsgericht den geistig verwirrten Täter am Montag vorläufig in eine psychiatrische Klinik einweisen lassen. Der Mann sei „dringend verdächtig, in akut psychotischem Zustand“ gehandelt zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft in der Hansestadt mit. Er hatte tags zuvor einen 67-Jährigen und eine 66 Jahre alte Frau im Stadtteil Groß Klein erstochen und anschließend einen zur Hilfe eilenden Polizisten schwer verletzt. Einen geplanten Amoklauf schlossen die Ermittler dagegen aus. Möglicherweise sei der Mann nicht oder nur vermindert schuldfähig, hieß es.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen