Friedhofsatzung : Blumen auf Rasengräbern

Wer für seine Verstorbenen ein Rasengrab auswählt, muss auf Blumen- und anderen Schmuck verzichten. Dieser ist nur an zentralen Stellen gestattet.barbara Haak
Wer für seine Verstorbenen ein Rasengrab auswählt, muss auf Blumen- und anderen Schmuck verzichten. Dieser ist nur an zentralen Stellen gestattet.barbara Haak

Der Stadtbetriebshof macht Druck. Das Problem seien die Blumen und der übrige Grabschmuck, den Angehörige auf den eben in die Erde eingelassenen Grabtafeln bzw. auf der Beisetzungsfläche ablegen.

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22. November 2010, 09:52 Uhr

Wittenberge | "Der Stadtbetriebshof will zum Frühjahr mit noch mehr Nachdruck als bisher schon auf die satzungsgemäße Nutzung des Rasengrabfeldes dringen." Das sagt Andreas Grieswald als Leiter des Stadtbetriebshofes, in dessen Verantwortung auch der Friedhof liegt. Das Problem seien die Blumen und der übrige Grabschmuck, den Angehörige auf den eben in die Erde eingelassenen Grabtafeln bzw. auf der Beisetzungsfläche ablegen. Grieswald sagt klipp und klar: "Das ist nicht gestattet."

Der Grund: Es geht um den Pflegeaufwand und damit auch um Geld. Die Beisetzung auf der Rasengrabstätte ist deshalb relativ preiswert, weil der Pflegeaufwand, den der Betriebshof hier hat, im Verhältnis zu anderen Friedhofsarealen geringer ist. Per Maschine wird das Gras kurz gehalten. Das funktioniert nicht, "wenn wir zuvor immer erst den Schmuck von den Gräbern räumen müssen", sagt Grieswald. Mehr Aufwand kostet mehr Geld. Angesichts der Tatsache, dass derzeit eine Gebührenerhöhung für den Friedhof in der Diskussion ist, weil der Erhaltungs- und Pflegeaufwand so groß sei, erhält der Betriebshof von den Abgeordneten im Werkausschuss volle Rückendeckung.

Ab dem Frühjahr ist, darauf verständigten sich der Ausschuss und die Betriebsleitung jetzt, grundsätzlich einmal in der Woche das Grabfeld zu räumen. Grieswald wie auch die Friedhofsverwaltung und Abgeordnete gehen davon aus, "dass die Bürger, wenn sie mit Blumen ihrer Toten gedenken, häufig gar nicht wissen, dass das bei Rasengräbern so nicht gestattet ist". Grieswald ist davon überzeugt, "dass die Leute einfach die falsche Beisetzungsart gewählt haben". "Das kann aber an unserem Vorgehen nichts ändern. Wir müssen die Kosten im Rahmen halten."

Betriebshof und Werkausschuss haben bei der Zusammenkunft letzte Woche zudem überlegt, ob sie gegebenenfalls auch noch Rechts- und Umweltamt mit einbeziehen, wenn anders keine Änderung zu erreichen ist.

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