Blitzschlag entfacht Bodenfeuer

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Perleberger Kameraden gestern beim Ablöschen des Waldbrandes. Blitzschlag war in diesem Fall die Ursache. Doris Ritzka (8)

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13. Juli 2010, 08:51 Uhr

Perleberg | Schweißperlen rinnen über das Gesicht von Oliver Hansen. Gut 45 Grad Celsius warm ist es unter der Schutzkleidung, schätzt Einsatzleiter Andreas Rohloff. Unterwäsche, T-Shirt, Hose, Stiefel und dann zweimal vier Lagen dicke Schutzkleidung, Helm und Handschuhe trägt der 16-jährige Perleberger Feuerwehrmann am Leibe. Für ihn ist es der erste Waldbrandeinsatz. Um 8.58 Uhr wird er per Pieper gestern alarmiert: Brand im Wald zwischen Perleberg und Bad Wilsnack. Eine Wandergruppe hat das Feuer entdeckt, das sich immer weiter über den Boden des Hochwaldes frisst.

Wenige Minuten nach 9 Uhr ist die Perleberger Wehr am Brandort - neun Mann, Tanklöschfahrzeug, Löschfahrzeug und Einsatzleitfahrzeug. Groß zum Überlegen kommt Oliver nicht. Ausgerüstet mit einer sogenannten Waldbrandhacke ziehen er und der Kamerad neben ihm einen Wundstreifen um den Brandherd. In diesem Fall ist jener überschaubar. Auch die Ursache steht bereits zweifelsfrei fest: Blitzschlag. In der Nacht zog zwischen ein und drei Uhr eine Gewitterfront über Perleberg, brachte durchschnittlich acht Liter Regen pro Quadratmeter, ist von Hobbymeteorologe Günter Redlin zu erfahren. "Es waren einige Einschläge dabei, die wahrscheinlich in den Wäldern runtergegangen sind", mutmaßt der Einsatzleiter, der zugleich auch Wehrführer bei den Perleberger Blauröcken ist. Es kann aber Stunden, ja sogar Tage dauern, bis es zum Brand kommt. "Der Blitz geht den Baum runter und entzündet das Gras rundherum. Ein Schwelbrand, der aber durch aufkommenden Wind zu einem ausgewachsenen Waldbrand werden kann", erläutert Stadtwehrführer Thomas Gäde. Und er macht auf einen weiteren Umstand aufmerksam. Diesen, wie auch die Waldbrände an der B 189 alt wurden nicht durch die Kameraüberwachung der Forst entdeckt, sondern eher zufällig von einem Radfahrer bzw. gestern von einer Wandergruppe. Ab Waldbrandwarnstufe eins und zwei ist die Kameraüberwachung von 10 bis 18 Uhr und ab Warnstufen III und VI von 10 bis 20 Uhr gegeben. Davor findet eben kein Waldbrand statt. "Wenn wir schon solche High-Tech-Technik einsetzen, dann zumindest bei der höchsten Warnstufe bereits, wenn der Morgentau raus ist, sprich ab 8 Uhr", betont der Stadtwehrführer.

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