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Lokales

18. November 2017 | 02:12 Uhr

Blitzer sorgt für Ärger in Gadebusch

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2010 | 07:50 Uhr

Gadebusch | Eine Radarfalle auf der B 104 sorgt für Empörung in Gadebusch. Innerhalb von zwei Tagen rauschten dort 316 Kraftfahrer in die Falle. Sie sprechen von Abzocke und machten ihrem Ärger am SVZ-Telefon Luft. Was sie am meisten ärgert: Sie fuhren die vermeintlich vorschriftsmäßigen 70 km/h, teure Blitzer fotos wurden dennoch gemacht. Denn die Kameras standen in einem Baustellenbereich, in dem Tempo 40 gilt. Problem: Autofahrer wie der 69-jährige Max Jähler aus Gadebusch konnten das Schild nach eigenen Angaben nicht aus machen. "Ich jedenfalls habe kein 40-Schild gesehen. Es waren auch keine Bauarbeiter zu sehen. Das riecht nach Abzocke", kritisiert Max Jähler. SVZ-Leser Bert Jüngling meint: "Ich fühle mich ein bisschen veralbert. Ich wünschte mir die Ahndung von wirklich gefähr lichen Regelverstößen." Das fordert auch der Rehnaer Reinhard Drews. "Das ist Abzocke sondergleichen", so Drews. Er kündigte an, Beschwerde einlegen zu wollen.

Die Polizei weist den Vorwurf der Abzocke zurück und kündigte gestern weitere Kontrollen an. Klaus Wiechmann von der Polizeidirektion Schwerin sagte auf SVZ-Anfrage: "Es gab Beschwerden von Autofahrern, weil sie dort von anderen Autofahrern mit deutlich erhöhtem Tempo überholt wurden. Umherfliegender Rollsplitt war die Folge. Häufig führt solch rücksichtloses Fahren zu Schäden an anderen Fahrzeugen." Es habe also eine Gefährdung von Verkehrsteilnehmern vorgelegen, weil sich andere nicht an die 40 km/h gehalten hätten. "Die Polizei ist auch zuständig, um Gefahren zu beseitigen. Aus diesem Grund haben wir die Kontrolle durchgeführt. Uns geht es nicht um Bußgelder, sondern darum, dass Verkehrsteilnehmer die dortige Höchstgeschwindigkeit einhalten", sagte Wiechmann.

Allein am Montag waren innerhalb von drei Stunden 118 Kraftfahrer in dem Baustellenbereich geblitzt worden. Gestern rauschten innerhalb von fünf Stunden 198 Fahrzeuge in die Falle. Der Schnellste passierte mit Tempo 87 die Kontrollstelle. Er muss mit einem Bußgeld von 160 Euro, Gebühren von 23,50 Euro, drei Punkten in der Flensburger Verkehrssünderkartei und einem Monat Fahrverbot rechnen.

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