Blitzen lohnt sich für den Landkreis

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19. Januar 2010, 09:17 Uhr

Bützow/Güstrow | Im Landkreis Güstrow wird weniger gerast. So könnte ein Fazit der aktuellen Statistik über Geschwindigkeitskontrollen im Landkreis lauten. Ein zweites: Immer mehr Kraftfahrzeuge sind zu schnell unterwegs. "Eine Interpretation der Zahlen ist schwierig", sagt Vize-Landrat Dr. Rainer Boldt.

Fest steht: Die Kreisverwaltung verhängt immer seltener Bußgelder wegen hoher Geschwindigkeitsüberschreitungen. "Die Verwarngelder nehmen aber zu", sagt Rainer Boldt. 33 000 Fahrzeugführer, die zu schnell unterwegs waren, ermittelte die Güstrower Kreisverwaltung 2009. Gegen 24 Prozent (3452) wurde ein Bußgeld verhängt. Noch vor zwei Jahren lag der Anteil der Bußgeldverfahren bei 34 Prozent. Die Messbeamtenwerten dies als Erfolg ihrer Kontrolltätigkeit. "Einzuschätzen ist, dass sich das Fahrverhalten der Kraftfahrer positiv geändert hat", heißt es.

Rund 1,5 Millionen Fahrzeuge hat der Landkreis im vergangenen Jahr gemessen. Rund zwei Prozent, genau 33 094, waren zu schnell unterwegs. Die Zahl der ermittelten Verkehrssünder insgesamt ist seit Jahren gleichbleibend hoch, obwohl der Kreis seit Jahren immer weniger Fahrzeuge kontrolliert. Vor fünf Jahren wurden jährlich noch rund 1,8 Millionen Fahrzeuge gemessen.

Den Rückgang der Geschwindigkeitsmessungen begründet das Kreishaus u.a. mit dem Ausfall der stationären Messtechnik, "bedingt durch den Zustand der Straßen", sagt Rainer Boldt. So seien von den vier Messpunkten im Kreis gegenwärtig nur noch drei nutzbar. Ein Messpunkt konnte aufgrund der schlechten Straße nicht mehr geeicht werden. Für alle Messpunkte im Kreis steht ein stationäres Messgerät zur Verfügung, das ausgetauscht wird. Des Weiteren verfügen die Messbeamten über zwei mobile Geräte. Auch mit ihnen werden immer weniger Fahrzeuge gemessen. Grund: Durch das Anbringen von Leitschutzplanken können nicht mehr alle Messstellen angefahren werden.

Rund 80 Prozent der Messungen - 70 Prozent fordert der Gesetzgeber - werden auf so genannten auffälligen Straßenabschnitten durchgeführt. Dazu zählen Unfallschwerpunkte und Alleen. "Die Messtätigkeit an unauffälligen Strecken erfolgt auf Grundlage der Festlegungen der Verkehrsunfallkommissionen", sagt Rainer Boldt. Gemessen wird auf Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindestraßen

2009 nahm der Landkreis rund 1,3 Millionen Euro aus Verwarn- und Bußgeldern sowie Verwaltungsgebühren ein. Dem gegenüber stehen jährlich Ausgaben von rund 780 000 Euro für Personal- und Sachkosten. Ergo rund eine halbe Million Euro Gewinn für den Kreis.

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