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Lokales

19. November 2017 | 04:25 Uhr

Blitzeis legt Verkehr in der Prignitz lahm

vom

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2011 | 06:57 Uhr

Prignitz | Zwischen 6 und 6.30 Uhr setzte gestern im Landkreis Prignitz Regen ein und sorgte auf dem gefrorenen Boden für Blitzeis. "Zeitweise ging oder fuhr fast gar nichts mehr auf den Straßen", sagte Polizeisprecherin Katy Gollnick. Besonders betroffen war neben vielen ländlichen Straßen die B 189 zwischen Perleberg und Pritz walk. "Dort rutschten die Fahrzeuge von der Fahrbahn oder stellten sich quer, so dass es kein Fortkommen gab. Kraftfahrer berichteten von Wartezeiten bis zu 1,5 Stunden, bevor sie langsam ihre Fahrt wieder aufnehmen konnten", so Golnick.

Insgesamt ereigneten sich am Vormittag sechs Unfälle, bei denen es glücklicherweise nur Blechschäden gab. Wobei auch die Polizei Probleme hatte, an den Ort des Geschehens zu kommen. So auf dem Weg zu einem Unfall zwischen Roddan und Glöwen. "Auf der B 107 in Höhe des Abzweiges nach Groß Leppin staute sich der Verkehr, beim Anfahren drehten die Räder sofort durch, der Streifenwagen kam nicht weiter", beschreibt es Katy Gollnick.

Besonders betroffen vom Blitzeis war der Schulbusverkehr im Kreis. Da die ersten Busse längst vom Hof waren, bevor der Regen einsetzte, wurden die Fahrer erst unterwegs mit den Problemen konfrontiert, erklärt Frank Rüdiger-Gottschalk, Geschäftsführer des Reisedienstes Westprignitz. Vor allem im ländlichen Bereich wie im Raum Glöwen oder Berge-Karstädt hätten die Fahrer große Probleme gehabt, auf teils kurvenreichen Straßen voran zu kommen. "Einige standen anderthalb bis zwei Stunden, bevor es weiter gehen konnte. Aber die Kinder hatten es warm im Bus und waren betreut", betont Rüdiger-Gottschalk. "Wir hielten ständig Kontakt mit unseren Fahrern, sie entschieden vor Ort selbst, was möglich ist." Alle Schüler, die bereits mit Bussen unterwegs waren, seien in die Schulen gebracht worden, versichert er. Es habe weder Blech- noch Personenschäden gegeben.

Die Verkehrsgesellschaft Prignitz stellte den Schulverkehr dann gänzlich ein. Busse, die nicht schon unterwegs waren, fuhren auch nicht mehr raus, so Liane Jochinke . "Wir telefonieren die Schulen ab, um festzustellen, wie viele Mädchen und Jungen von wo wieder nach Hause zu befördern sind", sagte sie gestern Vormittag dem "Prignitzer".

Die Schulen hatten die Anweisung, die Betreuung der Mädchen und Jungen zu gewährleisten, und das auch vor bzw. nach dem Unterricht. Der Leiter des Staatlichen Schulamtes Perleberg, Karl-Heinz Kowalzik, hatte gestern alle Schulleiter per E-Mail über die Situation informiert, wie er dem "Prignitzer" gegenüber betonte. "Unsere Schulen haben ihre Türen geöffnet, nehmen die Schüler auf und machen Unterricht, wenn auch je nach Situation vor Ort in abgewandelter Form." Auf die Frage, warum das Schulamt nicht generell den Schulbetrieb für Donnerstag absagt hatte aufgrund der Unwetterwarnung, erklärte Kowalzik, dass der Wetterdienst den Regen erst für den Vormittag angekündigt habe. "Dass er so viel früher kommt, konnte keiner ahnen."

Im ganzen Land Brandenburg hatten sich gestern allein von Mitternacht bis 12 Uhr mehr als 250 Unfälle ereignet.

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