zur Navigation springen

Blitze, Sturm, Wolkenbruch: Unwetter über dem Norden

vom

Schwerin | Umgestürzte Bäume, starke Gewitter und Windböen, sintflutartiger Regen, Blitzeinschläge in Wohnhäusern, von der Straße gefegte Autos: Eines der stärksten Unwetter dieses Jahres hat im Nordwesten Mecklenburg-Vorpommerns und an der Seenplatte erhebliche Schäden angerichtet.

Mehr als 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz, nachdem in Strasburg (Mecklenburg-Strelitz) ein Haus mit 32 Wohnungen durch einen Blitzschlag in Brand geraten war. Verletzt wurde niemand. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Das Feuer konnte erst nach Stunden gelöscht werden. Der Dachstuhl wurde völlig zerstört, die auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage ebenfalls.

In Spornitz im Landkreis Parchim wurde durch starke Regenfälle von bis zu 40 Litern pro Stunde teilweise unter Wasser gesetzt. Dutzende Keller wurden innerhalb weniger Minuten geflutet. "Land unter" hieß es am Montagabend auch im östlichsten Zipfel des Müritzkreises. In Alt Rehse und Wustrow am Tollensesee waren innerhalb kurzer Zeit rund 40 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Auf der Insel Poel fielen nach Angaben des Meteorologen Stefan Kreibohm von Meteomedia am Montag bereits zwischen 18.00 und 19.00 Uhr 53 Liter pro Quadratmeter, insgesamt bis zum Dienstagvormittag 75 Liter. "Das sind 125 Prozent dessen, was normalerweise im ganzen Juni an Regen fällt", sagte Kreibohm. In Neubrandenburg und Umgebung seien zwischen 60 und 80 Liter je Quadratmeter niedergegangen. Keller liefen voll Wasser. Nur wenig Regen gab es laut Krei bohm in Nordvorpommern und auf Usedom.

In Neubrandenburg wurde eine Frau durch einen Kugelblitz in ihrem Haus verletzt. Die Frau musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Eine 29 Jahre alte Frau und ein 34 Jahre alter Mann verunglückten auf der A 20, als eine Sturmböe am Montagabend ihr Auto zum Schleudern brachte. Das Fahrzeug geriet von der Fahrbahn, fuhr in eine Böschung und überschlug sich anschließend. Die Frau zog sich schwere Verletzungen zu.

Ein Blitzeinschlag setzte am Montagabend in der Ortschaft Lebbin im Landkreis Demmin ein mit Schilf gedecktes Wohnhaus in Brand. Menschen wurden nicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Flammen zerstörten den Dachstuhl des 250 bis 300 Jahre alten Gebäudes. Der Schaden: 350 000 Euro.

Unwetterschäden an Gleisen und Bahnanlagen führten zu Einschränkungen im Bahnverkehr auf der Strecke Neubrandenburg-Kleeth. Die Deutsche Bahn setzt nach eigenen Angaben dort vorerst keine Regionalzüge ein. Stattdessen verkehren für die Züge der Linie RE 6 Busse. Der reguläre Zugverkehr wird voraussichtlich erst wieder am Freitag aufgenommen. Die Züge der Ostseelandbahn sind laut Bahn ebenfalls von den Folgen des Unwetters betroffen.

zur Startseite

von
erstellt am 07.Jun.2011 | 06:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen