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Lokales

20. August 2017 | 02:29 Uhr

Blick hinter die Biohof-Tore

vom

Gallin | Müllers aus Kogel kaufen ihr Fleisch oft im Gut Gallin. "Warum? Weils einfach gut schmeckt und weil es bio ist", sagt Heinz Müller. "Wir kennen den Ursprung, wir fahren ja täglich an den Weiden vorbei." Und weil sie auch mal sehen wollten, wo und wie ihr Fleisch verarbeitet wird, sind sie am Sonnabend auf "Bio-Landpartie" gegangen.

22 Bio-Höfe in ganz Mecklenburg-Vorpommern haben auf Initiative des BUND(Bund für Umwelt und Naturschutz) für die Landpartie ihre Tore geöffnet. Das Gut Gallin war einer der Betriebe. Und zwar kein kleiner. Die GmbH gehört zu den größten Biobetrieben Deutschlands. Was viele nicht wissen: Ihr Schwerpunkt liegt eigentlich in der Agrarwirtschaft. Die beiden Geschäftsführer Jens und Peggy Rasim sind studierte Diplomagraringenieure. Auf 800 Hektar bauen sie Qualitätsgetreide und Biosaatgut von Hafer, Roggen, Sommerweizen und Triticale an. Während ihr Mann Jens sich vorwiegend um die Rinder und Kühe draußen auf den Weiden kümmert, ist Peggy Rasim für das Gemüse zuständig. Auch das gibt es täglich frisch im Hofladen auf dem Betriebsgelände. "Wir ernten es morgens auf dem Feld oder im Gewächshaus, und was abends im Hofladen noch übrig ist, das bekommen die Schweine", sagt sie. Bei Rasims ist alles bio, vom Futtergetreide für die Rinder bis zur Milch im Kaffee. Inzwischen gibt es in dem kleinen Hofladen auch Bio-Tee, Bio-Schokolade und Biogewürze zu kaufen. Viele sind überrascht von dem Angebot. "Ich fahre hier oft viel zu schnell vorbei", sagt ein Besucher. "Wenn ich gewusst hätte, dass es hier auch täglich Frühstück und frisch zubereitetes Mittag gibt, dann hätte ich mit Sicherheit schon mal gestoppt."

Der Galliner Biobetrieb wächst von Jahr zu Jahr. "Weil unser Landwirtschaftsbetrieb gute Gewinne macht, konnten wir jetzt in die Schlachterei investieren", sagt Jens Ramin. Eine Million Euro hat das Unternehmen insgesamt in den Hof gesteckt. Gut Gallin schlachtet nicht nur seine, sondern auch die Tiere umliegender Biobetriebe und übernimmt am Wochenende für Privatleute aus der Region Hausschlachtungen. Zwei Bioläden aus Schwerin sind feste Abnehmer, und auch der Hof Medewege und das Vielanker Brauhaus lassen inzwischen hier ihre Tiere schlachten.

Der eher unscheinbare Biohof am Ortseingang spricht sich herum. "Letztes Jahr saßen wir hier zur "Landpartie" nur mit zwei Familien", erinnert sich Peggy Rasim. Diesmal ist der Parkplatz schon um 11 Uhr voll. Dutzende Gäste schließen sich der Führung von Jens Rasim an. Auch die Müllers. Spätestens jetzt wissen sie, warum die Soljanka hier so lecker ist und der Gulasch in der Pfanne nicht zusammenschrumpft. "Ich bin restlos überzeugt", sagt Heinz Müller nach dem Rundgang. Gerade hat er erfahren, dass die Schinken hier zwei Monate reifen. "Wo gibt es das denn heute noch."

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erstellt am 26.Sep.2010 | 05:55 Uhr

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