zur Navigation springen

Ludwigslust: Anwohner empört und machtlos : Blick auf Müll stört die Wohnkultur

vom

Seit mehr als zwei Jahren wohnen die Eheleute Wiese in ihrer Wohnung in der Louisenstraße in Ludwigslust. Genauso lange blicken sie schon auf die gelben Säcken, die sich auf dem Hinterhof des Nachbargrundstücks stapeln.

svz.de von
erstellt am 29.Nov.2011 | 10:37 Uhr

Erika Wiese sitzt auf ihrem Balkon, der schon etwas weihnachtlich geschmückt ist. Vier Stühle, ein Tisch, mehrere Pflanzen laden dazu ein, hier Zeit zu verbringen, wäre da nicht der freie Blick auf einen mehrschichtigen Berg aus gelben Säcken.

Seit mehr als zwei Jahren wohnen die Eheleute Wiese in ihrer Wohnung in der Louisenstraße in Ludwigslust. Und genauso lange blicken sie schon auf die gelben Säcken, die sich auf dem Hinterhof des Nachbargrundstücks in der Käthe-Kollwitz-Straße/Ecke Christian-Ludwig-Straße stapeln. Anfangs akzeptierten sie diesen Ausblick, versuchen nun aber bereits seit über einem halben Jahr etwas dagegen zu unternehmen.

"Es muss doch die Möglichkeit geben, ein Behältnis zu schaffen, damit die Säcke nicht immer so offen liegen müssen", so Erika Wiese. "Das Haus ist so schön gepflegt, nur die Säcke stören." Diese Meinung teilen die beiden Eheleute nicht alleine. Es ist ein genereller Appell der Mieter in den oberen Etagen, denn nur sie blicken aus ihren Wohnungen über die Mauer, hinter der die Säcke liegen. Auch die Anwohner, die ihre Säcke dort ablegen, sind durch hohe Bäume von diesem Anblick ausgeschlossen. "Mehrere Male haben wir oder andere Mieter schon versucht, Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen, sind aber immer vertröstet worden. Passiert ist nie etwas", so Erika Wiese weiter. Neben dem Anblick sei besonders der Geruch störend, der bei Westwind herüber weht. Sichtlich stolz sind Wieses auf ihren Ausblick: "So ein hübsches Haus, so gepflegt, man sehe sich an, was wir hier für einen Ausblick haben, den bekommt man nicht einmal im Urlaub."

Über 40 Briefkästen sind am anliegenden Hof zu zählen, hinzu kommen ein Restaurant und ein Friseur, die ihre Abfälle im Hinterhof zwischenlagern. So kommen bis zum Abholen alle zwei Wochen an die 100 Säcke zusammen, auf die die Wieses blicken müssen. Besonders für die Besucher der anliegenden beiden Gästewohnungen ist diese Aussicht ärgerlich. Auch sie müssen täglich diesen Anblick ertragen. Viele Anwohner nutzen diese Wohnungen, um ihre Familien bei Besuchen unterzubringen oder mieten sie für Gäste. "Einige Gäste fragten uns bereits, weshalb wir noch nie was dagegen unternommen haben", so Bodo Wiese. "Aber mehr als einen Denkanstoß können wir nicht geben."

Auch wenn es bis zur nächsten Abholung noch einige Tage hin sind, ist der Hof bereits jetzt wieder mit Säcken überfüllt. Da es sich hierbei um Privatgelände handelt, ist der Vermieter für die Lagerung verantwortlich.

Einzeln abschließbare und mit Ketten verschlossene Mülltonnen stehen inmitten des Müllbergs wohl, damit kein Unbefugter auf diese zugreifen kann. Unterdessen machen sich einige Krähen an den Säcken zu schaffen. Neben diesen nutzen besonders Elstern und Katzen diese als Nahrungsquelle. Auch das befürchten die Wieses, wenn nichts weiter geschieht, dass Ratten und andere Tieren weiter angelockt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen