zur Navigation springen
Lokales

20. September 2017 | 07:44 Uhr

Bleiben die Gebühren stabil?

vom

Die Tariferhöhung für Erzieherinnen in den Kindertagesstätten bleibt nicht ohne finanzielle Auswirkungen auf die Kommunen. Und auch auf die Eltern? Dazu wollen sich die Verantwortlichen noch nicht definitiv äußern. Erst einmal, so heißt es in den Rathäusern der Prignitz, müsse man rechnen.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2009 | 10:33 Uhr

Prignitz | Nachdem die Tarifverhandlungen für die 2 220 000 Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland im fünften Anlauf vor kurzem erfolgreich abgeschlossen wurden, beginnen die Kämmerer zu rechnen. Wieviel kostet der Abschluss, der dem Kita-Personal pro Kopf rund 120 Euro monatlich mehr Gehalt bringt, die Kommunen?

Für seine Gemeinde, Groß Pankow (Prignitz), kann Bürgermeister Thomas Brandt das schon ziemlich genau sagen. "Bei uns betrifft das 18 Mitarbeiterinnen. Von zirka 100 Euro ist pro Vollbeschäftigtem auszugehen. Das Ganze ist einfach eine Rechenaufgabe, die wir lösen müssen." Ob sich in diesem Zuge auch die Elternbeiträge in den fünf gemeindeeigenen Kitas erhöhen werden, dazu möchte sich Brandt nicht aus dem Fenster lehnen. "Das sind noch rohe Eier. Ich werde da den Abgeordneten nicht vorgreifen."

Ein wenig konkreter artikulierte sich Pritzwalks stellvertretender Bürgermeister Rainer Greve. Die Dömnitzstadt ist Träger von acht Kindereinrichtungen. Konkrete Informationen über finanzielle Auswirkungen lägen noch nicht vor. Sollten die Mehrbelastungen jedoch nicht von Bund und Land mitgeschultert werden, sei es fast unumgänglich, auch über Gebührenerhöhungen nachzudenken. "Dazu müssen wir uns aber unbedingt auch im Landkreis untereinander verständigen", so Greve.

Drei Kindertagesstätten und ein Hort befinden sich in Trägerschaft der Stadt Perleberg. 42 Erzieherinnen sind hier beschäftigt. Auch für sie gilt der neue Tarif, den Gewerkschaften und kommunaler Arbeitgeberverband ausgehandelt haben. Ab 1. November soll er gezahlt werden, wenn die Gewerkschaften bis zum 21. August zustimmen. Die finanzielle Belastung, die auf die Stadt zukommt, betrage monatlich 466 Euro, so die Kämmerin. Der Grund, warum dieser Betrag relativ niedrig ausfalle, sei, dass die Tariferhöhungen insbesondere bei den jüngeren Erzieherinnen greife. In den städtischen Kitas arbeiten aber viele ältere Erzieherinnen, die die höchste Vergütungsgruppe hätten, so Ute Brüggemann.

Mit der Tariferhöhung gehen weitere Veränderungen einher, um gesundheitlichen Aspekten besser Rechnung zu tragen. Ins Feld geführt werden da zumeist die Sitzmöbel. "Die konkrete Situation in den Kitas müssen wir erst noch analysieren", betont Martin Sengebusch, Sachgebietsleiter Schule und Kultur der Stadt. Sind Veränderungen notwendig, werden die Mittel dann auch in den Haushalt eingestellt.

Dr. Oliver Hermann, Bürgermeister von Wittenberge, hat noch keine konkreten Zahlen auf dem Tisch. Drei Einrichtungen befinden sich in städtischer Trägerschaft. Die Auswirkungen, so Hermann, würden sich in einem überschaubaren Rahmen halten. "Wie wir die Mehrbelastung stemmen, müssen wir von Jahr zu Jahr - je nach Haushaltslage - entscheiden."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen