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Lokales

22. Oktober 2017 | 12:15 Uhr

Bizarrer Badezimmer-Streit

vom

svz.de von
erstellt am 20.Sep.2010 | 07:50 Uhr

Gadebusch | In Deutschland vergeht offenbar kein Tag, an dem es nicht zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern kommt. In Gadebusch gibt es nun einen bizarren Fall, in dem es um einen zusätzlichen Badewannen-Haltegriff geht. Als Streitparteien gegenüber stehen sich die 82-jährige Mieterin Edeltraud Götz und die kommunale Wohnungsgesellschaft Radegasttal mbH. Die Rentnerin soll 16 Euro für den Anbau einer solchen Halterung zahlen. Dazu ist sie nicht bereit. "Mir bleiben im Monat etwa 150 Euro zum Leben. Da sind 16 Euro sehr viel Geld für mich", verdeutlicht die Gadebuscherin.

Eigentlich ist die zusätzliche Halterung bereits montiert gewesen. Als sich Edeltraud Götz aber weigerte, die Forderung zu begleichen, wurde die Halterung wieder abgebaut. "Der Monteur hat ganz schön schuften müssen, so stark befestigt war der Griff. Ich kann mir nur an den Kopf fassen", sagt Edeltraud Götz.

Den Widerstand gegen die Zahlung begründet die Mieterin damit, dass es sich um ein Versäumnis bei der Sanierung gehandelt habe. "Ich hatte damals, als die Wanne versetzt wurde, gesagt, den Halterungsgriff auch neu zu platzieren. Doch das ist nicht passiert", sagt Götz. Dass man ihr nun den Anbau einer zusätzlichen Halterung in Rechnung stelle, sei ein Schildbürgerstreich. "Man müsste darüber schreien, aber ich habe keine Lust darauf", sagt die 82-Jährige.

Die Geschäftsführerin der kommunalen Wohnungsbaufirma, Heike Post, verwahrte sich gestern gegen den Vorwurf, einer Rentnerin das Leben schwer machen zu wollen. "Es ist mit Sicherheit nicht unsere Geschäftspolitik, Menschen mit Behinderungen oder Senioren Hilfsgegenstände aus der Wohnung zu entfernen. Im Normalfall sind wir die Letzten, die sich bei 16 Euro quer stellen", verdeutlicht Heike Post. Diese Normalfall-Äußerung lässt Raum für Spekulationen. Das Verhältnis zwischen Mieterin und Vermieter scheint seit längerem angespannt zu sein. Nichtsdestotrotz kommt möglicherweise Bewegung in den bizarren Badezimmer-Streit.

Denn Edeltraud Götz hofft auf eine unbürokratische Lösung, und die Wohnungsgesellschaft Radegasttal mbH ist bereit eine Ratenzahlung zu akzeptieren. Dann werde die Halterung auch wieder angebaut, so Post. Bei der Wohnungsgesellschaft ist es seit Jahren üblich, dass dem Wunsch von Mietern Rechnung getragen wird. Wer beispielsweise einen anderen Haltegriff wünscht, braucht nur die Montage zu zahlen. Die kommunale Wohnungsgesellschaft übernimmt derweil die Materialkosten. "Das ist aus unserer Sicht eine faire Lösung", sagt Heike Post.

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