zur Navigation springen
Lokales

18. November 2017 | 09:15 Uhr

Bislang bester Schutz vor Überflutung

vom

svz.de von
erstellt am 25.Okt.2010 | 10:00 Uhr

Neu Kaliß | Die Elbefluten aus dem Jahre 2002 haben auch positive Folgen für das Hinterland im Amt Dömitz-Malliß hinterlassen. Gestern war offizielle Bauabnahme der noch jungfräulichen Hochwasserschutzwand, die die Orte Neu Kaliß und Heiddorf zukünftig besser schützen soll. Stolze 2,5 Mio. Euro kostete das knapp 1900 Meter lange Bauwerk, sechs Jahre Planungszeit gingen ins Land. Dafür wurde beim Bauen Gas gegeben: Die Schutzwand war ein Jahr früher als geplant fertig (SVZ berichtete). Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus übergab nun das Bauwerk offiziell auf dem Gelände der Alten Papierfabrik in Neu Kaliß seiner Bestimmung.

Als letzte große Investition für den Hochwasserschutz im Landkreis Ludwigslust sah Landrat Rolf Christiansen dieses Sperrwerk an. Der Landrat dankte wie auch Dr. Regina Rinas vom staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StaLU) dem Planungsbüro, der Bauleitung insbesondere den ausführenden Firmen, Behörden und Ämtern, die diesen modernen Hochwasserschutz geschaffen haben. "Es ist ein neues Aufgabenfeld, das für mich eine große Herausforderung bedeutet", hieß es von der Leiterin des staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg, Dr. Regina Rinas. Diese Bauabnahme war ihre erste große Übergabe, da sie erst kurze Zeit für den Hochwasserschutz verantwortlich zeichnet.

Dass regionale Firmen und Betriebe Arbeit für ihre Mitarbeiter insbesondere zu Schlecht-Wetter-Zeiten hatten, war Amtsvorsteher und Gemeindebürgermeister Burkhard Thees Dankesworte wert. Auch bei Thees war die Katas trophensituation im Jahre 2002 sofort wieder lebendig: Gemeinsam mit Backhaus und den Feuerwehrleuten an der Hochwasserfront fassten sie immer wieder schnelle Entscheidungen, auch gegen Widerstände. "Das war aus heutiger Sicht wichtig und richtig" - zustimmendes Nicken folgte vom Minister.

Nicht vergessen wollte Backhaus vor großer Runde aus Unternehmen, Behörden und Ämtern die privaten Eigentümer, die für das Gelingen der Baumaßnahme kostenlos Grund und Boden abgegeben haben. Der Hochwasserschutz sei eine geschichtlich verankerte Aufgabe entlang der Elbe, meinte Backhaus. Das erfordere ein stetiges Engagement zum Schutz von Mensch und Werten. Backhaus: "Wir haben an der Elbe und im Hinterland derzeit den besten Schutz, den wir je hatten." Insgesamt schüttete das Land bis heute 80 Mio. Euro aus. Backhaus befand später bei der Besichtigung der Bauabschnitte, dass die Gelder für die knapp 1700 Meter lange Schutzmauer auf Kalisser Seite und entlang der Müritz-Elde-Wasserstraße sowie die 209 Meter lange Schutzanlage in Heiddorf optimalen Schutz bieten.

Ein Blick in die Zukunft: Damit der Hochwasserschutz möglichst für viele Interessierte öffentlich einsehbar wird, entsteht derzeit eine EU-Richtlinie für Online-Risikokarten. Das Ziel ist eine Internetpräsentation bis zum Jahre 2015, informierte Backhaus. Was den Minister in Sachen Hochwasserschutz stört, ist der Einbau von Elektroanlagen und Heizungen in Kellern von Häusern in von Überschwemmungen gefährdeten Gebieten. Er forderte die zuständigen Baubehörden ebenso wie die Häuslebauer zum Umdenken auf. Wo es sich zukünftig einrichten lässt, da sollten auch materielle Werte vor Hochwasser geschützt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen