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Lokales

23. September 2017 | 00:38 Uhr

Biotechniker überzeugen die Jury

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2011 | 07:35 Uhr

Rostock | Eingestaubte Geräte und nicht genutzte Labore - damit soll in Rostock bald Schluss sein. Die Studenten Michael Zimmer, Johannes Steffen und der Promovend Alain Steinmann wollen freie Kapazitäten vermarkten und so Geld in die leeren Unikassen bringen. Mit ihrer Idee zur Selbstständigkeit konnten sie die Jury des Rostocker Ideenwettbewerbs überzeugen und belegten gestern den ersten Platz in der Kategorie Studenten. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Insgesamt wurde sechs Preise mit einer Gesamthöhe von 38 000 Euro verliehen.

Geräte in einer Datenbank aufnehmen

"Als Studenten wollten wir eine Möglichkeit zum Geld verdienen finden", sagt der 29-jährige Zimmer. Schnell fiel ihm und seinen Kommilitonen auf, dass sobald Forschungsprojekte auslaufen, freie Kapazitäten in den Laboren herrschen. Auf der anderen Seite gäbe es viele Kleinunternehmen, die für bestimmte Produktentwicklungen genau diese Gerätschaften benötigen. "So ein Spezialmikroskop kann zwei Millionen Euro kosten. Das können sich die Unternehmen oft nicht leisten", erklärt Steffen, der wie Zimmer im 10. Semester medizinische Biotechnologie studiert. Die Geräte sollen nun mit Hilfe des Dienstleistungsunternehmens Scive-Scientific Services ausgelastet und in gewisser Weise ausgeliehen werden. "Wir sind so etwas ähnliches wie Makler - nur eben für wissenschaftliche Geräte", erklärt Zimmer. Auf einer Internetplattform sollen in der kommenden Zeit alle Geräte und Einrichtungen von Uni und den Firmen des Landes in einer großen Datenbank sortiert werden.

"Wir haben schnell erkannt, dass der Bedarf eines solchen Unternehmens in der Branche existiert", sagt Steffen. Die Teilnahme am Wettbewerb sei für die drei auch ohne Gewinn viel wert gewesen. "Jetzt wissen wir, wie man einen Businessplan schreibt. Wir haben viele Bekanntschaften gemacht, vor allem der Wirtschaft", sagt er. Insgesamt hatten sich 44 Ideen angemeldet. Zehn kamen in die engere Auswahl.

Alle drei Biotechniker hoffen später einmal von ihrer Idee leben zu können. "Wirklich toll wäre es, wenn wir diesen Service in jeder Universitätsstadt anbieten können", fügt Zimmer hinzu. Dies würde nicht nur den Universitäten helfen, sondern auch der Wirtschaft. "Die teuren Gerätschaften werden dann optimal ausgenutzt." Nach Abschluss ihres Masters im September wollen Zimmer und Steffen aber auf alle Fälle wir ihr Kollege Steinmann promovieren.

>> IDEENWETTBEWERB: Die Gewinner

  • Kategorie Forschende/ Absolventen:

1. Preis (15.000 Euro): Texttrapic - Anja Passehl, Stefan Pforte, Konrad Jacobi
2. Preis (8.000 Euro): Rostocker Keimpirat - Julian Sturm, Alexander Reymann
3. Preis (4.000 Euro): Blick Artistik - PD Dr. Petra Schulz, Stefan Schumacher
  • Kategorie Studenten

1. Preis (5.000 Euro): „Scive -Scientific Services“ - Michael Zimmer,
Alain Steinmann, Johannes Steffen
2. Preis (2.500 Euro): FahrradJaeger - Martin Jäger, Steffi Wulf
3. Preis (1.500 Euro): Waldwerkstatt MV - Nils Vetter, Stefanie Konrad
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