Biopark läuft bald auf Hochtouren

<strong>Panorama-Blick</strong> auf die 20 Fermenter des Bioenergieparks Güstrow: Hier werden Getreide, Mais- und Grassilage zu Biomethan weiterverarbeitet.  <foto> Archiv</foto>
Panorama-Blick auf die 20 Fermenter des Bioenergieparks Güstrow: Hier werden Getreide, Mais- und Grassilage zu Biomethan weiterverarbeitet. Archiv

svz.de von
26. Juli 2010, 06:32 Uhr

Güstrow | 40 Lkw-Ladungen passieren täglich das Tor zum Bioenergiepark Güstrow. Ihre Ladung: Mais, Gräser und Getreide von mittlerweile 150 Landwirten aus der Region, die mit dem Werk zusammenarbeiten. Bis Ende August plant das Betreiber-Unternehmen Nawaro, die Anlagen zur Produktion von Biomethan in Erdgasqualität auf Volllast laufen zu lassen.

Zurzeit ist zwar jeder der insgesamt 20 Fermenter auf dem 20 Hektar großen Grundstück in Betrieb, die volle Produktionskapazität aber noch nicht erreicht. "Wir sind derzeit bei 85 Prozent, aber es gibt bereits Vorbereitungen zur Leistungsfahrt", verrät André Broszies, Technischer Leiter des Werkes, und einer von nunmehr 41 Mitarbeitern.

5200 Kubikmeter produziertes Bio-Erdgas stündlich

Läuft die Anlage erst einmal auf Hochtouren werden aus der gelieferten Substratmenge stündlich 10 000 Kubikmeter Biogas gewonnen und daraus etwa 5200 Kubikmeter Bioerdgas erzeugt. "Damit leisten wir einen substanziellen Beitrag, die angestrebten Klimaziele der Regierung und den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben", sagt Volker Hess. Der Vorstandsvorsitzende des Betreibers liefert überzeugende Fakten: "Die produzierte Energiemenge des Bio energieparks genügt, um den Bedarf einer mittleren Kreisstadt mit 50 000 Haushalten zu decken." In Zahlen ausgedrückt: Der Bioenergiepark erzeugt jährlich 46 Millionen Kubikmeter Bioerdgas. Das sind in etwa 160 Millionen Kilowattstunden Strom.

Einen Überblick über die Produktionsanlagen und ihre Leistungsfähigkeit verschaffte sich gestern erstmals Erwin Sellering, Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns, auf seiner Sommertour. Von André Broszies erfuhr er in der Kurzfassung, wie aus Getreide und Co. Bio-Erdgas gewonnen wird. "Die Substratmenge wird in den Fermentern vergoren und anschließend mittels einer Druckwasserwäsche-Technologie veredelt. So ensteht letztlich das Bio-Erdgas, welches in das anliegende Erdgasnetz eingespeist wird", erklärte der Technischer Leiter des Energieparks.

Auch für die entstehenden Gärreste der Biogasherstellung ist eine sinnvolle Weiterverarbeitung gesichert, nachdem in diesem Jahr eine Düngemittelfabrik auf dem Gelände errichtet wurde (SVZ berichtete). Jährlich fallen zirka 460 000 Tonnen an Gärresten an, aus denen Presskuchen und Flüssigdünger für die umliegenden Landwirtschaftsbetriebe hergestellt wird. "Das Düngerwerk wird voraussichtlich auch bis Ende August seine Leistungsfahrt haben. Noch sind aber einige Tests zu machen", berichtet André Broszies.

Zur Erinnerung: Der Bioenergiepark Güstrow kostete Betreiber Nawaro rund 100 Millionen Euro und nahm im Juni 2009 den Betrieb auf.

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