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Ställe für 400.000 Euro umgebaut : Biohof Medewege auf Expansionskurs

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Der Biohof am Rande der Landeshauptstadt ist weiter auf Expansionskurs: Für insgesamt 400.000 Euro werden jetzt die Kuh- und Schweineställe umgebaut, die Herden können damit vergrößert werden.

svz.de von
erstellt am 28.Nov.2013 | 10:35 Uhr

Der Biohof am Rande der Landeshauptstadt ist weiter auf Expansionskurs: Für insgesamt 400 000 Euro werden jetzt die Kuh- und Schweineställe umgebaut, die Herden können damit vergrößert werden. Gestern übergab Dr. Kai-Uwe Kachel vom Landwirtschaftsministerium einen Fördermittelbescheid über insgesamt 140 000 Euro vom Land. "Ein weiterer Meilenstein in unserer Entwicklung", sagt Landwirt Georg Jahn, der gestern nicht nur viele Kollegen, sondern auch zwei Grüne-Landtagsabgeordnete zum ersten Spatenstich der neuen Anlage begrüßte. "Es ist gut, dass unsere Anstrengungen und Bestrebungen wieder einmal öffentlich wahrgenommen werden." Denn die Bio bauern haben in naher Zukunft noch weitere Pläne: Von der Stadt würden sie gerne 150 Hektar Land hinzupachten, einen entsprechender Antrag haben sie bereits eingereicht. Aktuell wird die avisierte Fläche von der Agrargemeinschaft Lübstorf bewirtschaftet.

Aus den Kinderschuhen ist der Biohof in Medewege längst herausgewachsen und zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor in der Region geworden. Rund 120 Menschen arbeiten hier, allein die Mühlenbäckerei beschäftigt mittlerweile 55 Leute und verkauft ihre Brote und Backwaren deutschlandweit. 150 Tonnen Bio-Getreide liefern die Medeweger Ackerbauern jährlich an die Backstube.

Vor 21 Jahren zogen die Familien Weiß und Jahn in das verlassene volkseigene Gut, pachteten 40 Hektar Land von der Stadt, durften die Schweineställe und einige Wohngebäude nutzen. Heute leben hier 35 Erwachsene und genauso viele Kinder. Neben Bäckerei, Vieh- und Ackerwirtschaft gibt es u.a. Gärtnerei, Obstbau, Hofladen, Lieferservice, Großküche, Café und Kunsthandwerk. Die Ackerfläche ist auf 250 Hektar angewachsen, 450 Tonnen Getreide wurden hier dieses Jahr geerntet. 60 Milchkühe gehören zum Hof, ebenso 60 Schweine. Nach dem Umbau der Ställe kann die Rinderherde auf 70 aufgestockt werden. Es gibt dann einen riesigen Güllebehälter, in dem die Flüssigkeit bis zu einem Jahr gelagert werden kann, um bei möglichst perfektem Wetter wieder als Dünger auf den Acker gebracht zu werden. Am Boden des Misthaufens - in der Fachsprache "Dung lege" - ist als Pilotprojekt ein Wärmetauscher geplant, mit dem die Wohnräume geheizt werden sollen. Die Medeweger Kälber werden nach der Erweiterung der Herde an einem separaten Ort, wahrscheinlich in Groß Trebbow, aufgezogen.

Georg Jahn kennt seine Kühe alle beim Namen - und die meisten gehorchen aufs Wort. Wen der leidenschaftliche Bauer über den Hof führt, der fängt schnell Feuer für die Bio-Landwirtschaft. Ganz klar, dass Medewege nicht nur aus Ministeriums-Sicht ein zukunftsweisender Musterbetrieb ist, sondern auch ein Touristen-Vergnügen. Hof-Führungen gibt es schon lange, jetzt sind Ferienwohnungen geplant. Aktuell wird der alte Pferdestall dafür umgebaut.

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