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Lokales

19. November 2017 | 00:38 Uhr

BioCon Valley hat Erreger im Fokus

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svz.de von
erstellt am 11.Jan.2011 | 12:34 Uhr

Rostock/Greifswald | In vielen Labors, Firmen und anderen Institutionen in Mecklenburg-Vorpommern wird seit Jahresbeginn an sogenannten multiresistenten Bakterien geforscht. "Für das Projekt "Hic@re" stehen in den kommenden vier Jahren 16 Millionen Euro zur Verfügung, der Bund trägt davon 8 Millionen", so Wolfgang Blank. Der Geschäftsführer des Landesnetzwerks für Biotechnologie und Gesundheitswirtschaft BioCon Valley sagt, dass mehr als 50 neue, hoch qualifizierte Jobs entstehen. Landesweit seien 40 Partner an dem Projekt beteiligt.

Die Projektpartner waren unter Federführung von in Warnemünde ansässigen Unternehmen BioCon Valley mit ihrem Projekt "Hic@re: Gesundheitsregion Ostseeküste - Aktionsbündnis gegen multiresistente Erreger" als einer von drei Siegern aus dem Bundeswettbewerb "Gesundheitsregionen der Zukunft - Fortschritt durch Forschung und Innovation" hervorgegangen.

Hintergrund ist, dass multiresistente Bakterien zu einem immer größer werdenden Problem werden. Jedes Jahr infizieren sich in Deutschland damit mehrere 10 000 Menschen, meist in Kliniken, Tausende sterben daran. Die Brisanz des Themas sei groß, die Behandlungskosten für die Krankenkassen liegen Schätzungen zufolge im oberen dreistelligen Millionenbereich.

Nach Angaben des Verbandes der Ersatzkassen Mecklenburg-Vorpommern wurden im Nordosten 2006 noch 120 Infektionen mit dem Keim MRSA (Multiresistenter Staphylococcus aureus) registriert, 2009 waren es knapp 300. "Ziel des Netzwerkes ist es, neue Strategien im Kampf gegen multiresistente Bakterien zu entwickeln" sagte Blank. Das Projekt habe Leuchtturmcharakter, denn es sollen Tests entwickelt werden, mit denen die aktuelle Infektionssituation in Krankenhäusern ermittelt und dann verbessert werden kann. "Die Gesundheitsregion Ostseeküste hat die Möglichkeit, gesetzliche Regelungen des Infektionsschutzes zu stärken und so beispielhaft auf andere Regionen wirken."

Weiter sollen im Projekt "Hic@re", das von der Universität Greifswald koordiniert wird, Richtlinien für ein Qualitätsmanagement entwickelt werden. Diese sollen nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch bei niedergelassenen Ärzte oder Pflegeeinrichtungen Anwendung finden. "Auch der Gesundheitstourismus kann davon profitieren", zeigte sich Blank überzeugt.

Stichwort: BioCon Valley

Ist die Initiative für Life Science und Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist 1996 mit dem Ziel gestartet, die wirtschaftliche Nutzung moderner Bio- und Medizinwissenschaften und -technologien in der Region zu fördern. Kernkompetenzen sind Medizin / Medizintechnik, Agrobiotechnologie und Marine Biotechnologie.


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