zur Navigation springen

Einführung von Biokraftstoff E10 bis Mitte des Jahres : Bio-Super E10 erhöht die Spritpreise

vom

Die Spritpreise an den Tankstellen sind in den letzten Tagen wieder etwas von ihrem Rekordhoch zurückgegangen. Doch generell werden sie auf einem hohen Niveau bleiben; langfristige Senkungen sind nicht in Sicht.

svz.de von
erstellt am 28.Jan.2011 | 08:22 Uhr

Lübz | Autofahrer können erstmal aufatmen: Statt Rekordsummen wie 1,52 Euro für einen Liter Super oder noch mehr zu bezahlen, sind die Kraftstoffpreise in den letzten Tagen etwas gesunken. So kostete der Liter Super gestern an der Lübzer Aral Tankstelle 1,48 Euro, bei Shell musste man ebenfalls 1,48 Euro dafür löhnen und die freie Raiffeisen-Tankstelle bot ihn für 1,46 Euro an.

Allerdings ist der Preisrückgang nur minimal und wird zudem von kurzer Dauer sein. Wahrscheinlich können sich Kraftfahrer auf einen weiteren Anstieg im Laufe des Jahres einstellen. Bodo Hein, Geschäftsführer der Raiffeisen Bezugs- und Handelsgenossenschaft e.G. Lübz, geht davon aus, dass sich der Preis nicht so schnell ändert: "Benzin wird wohl nicht billiger, sondern sukzessive auf dem gleichen Niveau bleiben."

Die Erhöhung der Preise trifft Unternehmen, die täglich auf Kraftstoffe angewiesen sind, besonders hart. So auch Steffen Prager von der Fahrschule Prager in Goldberg und Berthold Rode, der ein Taxiunternehmen in Plau am See betreibt. "Die hohen Spritpreise machen sich bemerkbar: Unsere Betriebskosten steigen, steigen, steigen", sagt Prager. Bei Rode ist, seitdem sich das hohe Preisniveau eingependelt hat, immer etwas weniger im Portemonnaie: "Unsere Mehrkosten belaufen sich gerade auf 500 bis 800 Euro im Monat", verrät der Taxiunternehmer.

Doch auch Bodo Hein ist erbost über die gestiegenen Kosten. Zwar könne Super, Diesel und Co an den Raiffeisen-Tankstellen in Lübz oder Plau immer einen Cent billiger angeboten werden als bei den Markentankstellen, jedoch beziehen sie letztlich alle ihre Kraftstoffe von den gleichen Anbietern: "Die Mineralölgesellschaften haben von der Erschließung über die Veredelung bis zum Verkauf alle Fäden in der Hand und können so die Preise bestimmen", erregt sich der Geschäftsführer. "Wir sind in diesem ganzen Spiel nur Marionetten", fügt er hinzu. Dabei machen ihn besonders die regelmäßigen Preissteigerungen vor den Ferien oder Feiertagen wütend: "Dass Benzin an Tagen mit erhöhten Reiseaufkommen teurer wird, ist doch Preistreiberei."

Die seit Dezember 2010 konstant hohen Spritpreise hält Hein ebenfalls für eine Inszenierung. Gründe sind für ihn sowohl die gewachsene Nachfrage an Kraftstoffen aufgrund der florierenden Weltwirtschaft als auch die von der Regierung geplante Einführung des neuen Kraftstoffs E10. Mit einem Anteil von bis zu zehn Prozent Ethanol ist dieser Kraftstoff zwar umweltfreundlicher, aber auch teurer. Hinzu kommt, dass sich mit E10 die Motorleistung verringert und zudem nicht alle Fahrzeuge damit betankt werden können.

Auch in den Raiffeisen-Tankstellen in Lübz und Plau wird der neue Kraftstoff bis Mitte des Jahres ins Angebot genommen. "Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, wie und ob E10 hier angenommen wird", stellt Hein fest. Allerdings sei er dazu verpflichtet, das Bio-Super zu übernehmen.

Der neue Kraftstoff E10

Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Einführung des neuen Bio-Superkraftstoffs wird eine EU-Richtlinie umgesetzt. Dem Kraftstoff werden zehn Prozent – statt der bisherigen fünf Prozent – Bio-Ethanol beigemischt, wodurch er weniger Oktan (Energie) enthält und somit zwar umweltfreundlicher, aber auch weniger leistungsfähig ist. Ob das eigene Auto das Bio-Super verträgt, erfragt man am Besten beim Hersteller.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen